Zeit 21.12.2025
00:22 Uhr

Südamerika: USA beschlagnahmen Tanker vor der Küste Venezuelas


Die US-Küstenwache hat einen Öltanker unter panamaischer Flagge beschlagnahmt. Laut US-Regierung war auch das Militär an der Aktion beteiligt.

Südamerika: USA beschlagnahmen Tanker vor der Küste Venezuelas
Die USA haben ‌in internationalen Gewässern vor der Küste Venezuelas einen Öltanker unter ihre Kontrolle gebracht. Das bestätigte US-Heimatschutzministerin Kristi Noem in einem Post auf X . Demnach war auch das US-Militär an der Operation beteiligt. "Die USA werden ⁠auch weiterhin den illegalen Transport von ​sanktioniertem Öl verfolgen, das zur Finanzierung des Narko-Terrorismus in der Region verwendet wird", schrieb Noem. Der Tanker habe zuletzt in Venezuela vor Anker gelegen. Zuvor hatten mehrere US-Medien über den Einsatz berichtet. Noem postete auch ein Video, das die Operation zeigen soll. Darin ist zu sehen, wie ein Hubschrauber mehrere Personen auf dem Deck des Tankers absetzt. Einem Bericht des US-Senders NBC zufolge handelt es sich dabei um Angehörige der US-Küstenwache. Die Regierung Venezuelas verurteilte die Beschlagnahmung des Tankers. Es handle sich um "einen schwerwiegenden Akt internationaler Piraterie". "Diese Taten werden nicht ungestraft bleiben", hieß es in einer Mitteilung. Man werde alle entsprechenden Maßnahmen ergreifen. Unter anderem erwäge man eine Beschwerde vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Wie die New York Times berichtet, war der beschlagnahmte Tanker Centuries unter der Flagge Panamas unterwegs. Er habe venezolanisches Öl nach China transportieren sollen und stehe nicht auf der Liste von seitens der USA sanktionierten Schiffen. Die Küstenwache habe das Schiff gestoppt und sei an Bord gegangen. Laut der britischen maritimen Sicherheitsfirma Vanguard sei das Schiff östlich von Barbados in der Karibik aufgebracht worden. Sollte es sich tatsächlich nicht auf der Sanktionsliste befunden haben, widerspräche das der von Noem und US-Präsident Donald Trump getätigten Aussage, gegen sanktionierte Öltanker vorgehen zu wollen. Iran bietet Venezuela "Hilfe im Kampf gegen die Piraterie" an Die Beschlagnahmung erfolgt wenige Tage nach einer diesbezüglichen Ankündigung Trumps : "Ich ordne eine totale und vollständige Blockade aller sanktionierten Öltanker an, die Venezuela anlaufen oder verlassen", hatte Trump am Dienstag gesagt. ​Nur wenige Tage vor Trumps Blockadeansage hatte das US-Militär bereits einen Öltanker vor der Küste Venezuelas unter seine Kontrolle gebracht. US-Justizministerin Pam Bondi und FBI-Direktor Kash Patel erklärten damals, das Schiff sei Teil eines illegalen Netzwerks gewesen, das Öl zur Unterstützung ausländischer Terrororganisationen transportiert habe. Seit der ersten Beschlagnahmung eines Tankers in der vergangenen Woche sind die venezolanischen ‍Rohölexporte stark zurückgegangen. Der größte Teil des von Venezuela exportierten Rohöls geht nach China. Das Land bezieht rund vier Prozent seiner Rohölimporte aus Venezuela. Im Dezember sollen es laut Analysten pro Tag im Schnitt rund 600.000 Barrel sein. Derzeit wirkt sich die Blockade der venezolanischen Ölexporte noch nicht auf den internationalen Markt aus. Sollte sie allerdings andauern, könnte das Fehlen von knapp einer Million Barrel Rohöl pro Tag den Ölpreis in die Höhe treiben. Angesichts der Spannungen mit den USA bot der Iran laut der Regierung in Caracas Venezuela seine Hilfe an. Das südamerikanische Land habe "uneingeschränkte Solidarität sowie das Angebot zur Zusammenarbeit in allen Bereichen im Kampf gegen die Piraterie und den internationalen Terrorismus erhalten, die die USA mit Gewalt durchsetzen wollen", teilte der venezolanische Außenminister Yván Gil am Samstag nach einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araghtschi mit. Der Iran zählt zu den wichtigsten Verbündeten der venezolanischen Regierung von Präsident Maduro. Unter anderem hat die Regierung in Teheran der Regierung in Caracas Treibstoff, Lebensmittel und Medikamente geliefert. In den vergangenen Tagen hatte die Maduro-Regierung zudem auch Solidaritätsbotschaften Chinas und Russlands erhalten.