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01.01.2026
04:17 Uhr
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Seit Monaten nehmen die USA vermeintliche Drogenschmuggler im Pazifik und in der Karibik ins Visier. Bei einem neuen Angriff gab es mindestens fünf Tote.

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben erneut mehrere mutmaßliche Drogenschmugglerboote vor der Küste von Südamerika versenkt und dabei fünf Besatzungsmitglieder getötet. Die Angriffe fanden nach einer Mitteilung des US-Militärs bereits am Dienstag und Mittwoch statt. Zum genauen Ort machte das US-Militär keine Angaben. Die Boote seien auf einer bekannten Schmuggelroute unterwegs gewesen und hätten zu einer als Terrororganisation deklarierten Gruppe gehört, hieß es. Bei dem einen Angriff am Mittwoch seien drei "Drogenterroristen" getötet worden, bei einem zweiten Schlag zwei weitere, meldete das sogenannte Südkommando des US-Militärs auf der Plattform X . Wenige Stunden zuvor erst hatte das US-Militär einen weiteren Schlag auf X bekannt gegeben . Dabei hätten die Truppen drei Schiffe am Dienstag beschossen und versenkt, die als Konvoi unterwegs gewesen seien. Mehrere Menschen seien von Bord gesprungen, bevor die US-Streitkräfte alle Boote versenkt hätten. Die US-Küstenwache sei verständigt worden, um nach möglichen Überlebenden zu suchen. Konflikt mit Venezuela Seit September greifen US-Streitkräfte immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler im Ostpazifik und in der Karibik an. Dabei wurden mit den neuen Angriffen bislang mindestens 110 Menschen getötet. Die USA werfen Venezuela vor, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Venezuelas linksnationalistischer Präsident Nicolás Maduro vermutet dagegen US-Pläne zu seinem Sturz. US-Präsident Donald Trump bestätigte am Dienstag, dass das US-amerikanische Militär auch einen "Drogenumschlagplatz" in einem Hafengebiet von Venezuela angegriffen habe . Der Angriff galt demnach einem abgelegenen Dock, von dem die USA glaubten, dass es von der venezolanischen Bande Tren de Aragua genutzt wurde, um Drogen zu lagern und sie auf Boote zu verladen. Die US-Regierung hatte die Gruppe Tren de Aragua im Februar als ausländische Terrororganisation eingestuft. Das Vorgehen der Trump-Regierung ist umstritten. Experten der Vereinten Nationen stufen die US-Angriffe als völkerrechtswidrig ein. Auch Abgeordnete im US-Kongress zweifeln die Rechtmäßigkeit an.