Zeit 27.01.2026
15:01 Uhr

"Stunde der Wintervögel": Nabu meldet niedrigste Zahl gesichteter Wintervögel seit 2011


Für den Nabu haben in ganz Deutschland wieder Zehntausende Freiwillige eine Stunde lang Vögel gezählt. Im Schnitt wurden in Parks und Gärten nur noch 32 Tiere gesichtet.


Bei der jährlichen Vogelzählung des Naturschutzbundes (Nabu) sind so wenige Wintervögel gemeldet worden wie noch nie seit Beginn der Aktion im Jahr 2011. Im Schnitt wurden nach Nabu-Angaben 32 Vögel pro Garten oder Park gesichtet. Bei der ersten Zählung vor 15 Jahren waren es noch 45,8 Tiere. An der Aktion "Stunde der Wintervögel" beteiligten sich vom 9. bis 11. Januar mehr als 145.000 Menschen. Das ist nach Nabu-Angaben die dritthöchste Teilnehmerzahl aller 16 Zählungen. Die Ergebnisse der Zählung sind allerdings nur eingeschränkt aussagekräftig, da verschiedene Faktoren das Ergebnis verzerren können. Der Nabu selbst weist darauf hin, dass aufgrund der Kältewelle viele Teiche zugefroren waren und Wasservögel deshalb an eisfreie Seen und Flüsse ausgewichen sind. Dass etwa der Eichelhäher seltener gesehen worden sei, müsse keinen Rückgang bedeuten, er habe möglicherweise genug Wintervorräte in den Wäldern angelegt. Haussperling am häufigsten gemeldet Auch der Statistiker Walter Krämer von der TU Dortmund mahnte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa zur Vorsicht: "Eine Stunde Vogelzählen in der Wintersonne ist gesund und fördert das Naturverständnis, aber bitte ziehen Sie keine vorschnellen Schlüsse auf alle Wintervögel insgesamt." Trotz eines Rückgangs um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wurde der Haussperling bundesweit am häufigsten gemeldet. Dahinter folgen Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling.