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29.01.2026
14:44 Uhr
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An deutschen Hochschulen greifen weniger Studierende auf finanzielle Hilfe zurück. Immer häufiger wird das Studium dagegen selbst finanziert oder nebenbei gearbeitet.

Der Anteil an Studentinnen und Studenten, die finanzielle Unterstützung des Staates beziehen, ist erneut gesunken. 2024 erhielten 15,1 Prozent der Studierenden in Deutschland Bafög , Stipendien oder Studienkredite, wie das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) mitteilte. Das waren 1,7 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. In Thüringen wurden dem CHE zufolge am wenigsten Studierende finanziell unterstützt. Dort finanzierten laut CHE rund neun von zehn Studierenden ihre akademische Laufbahn aus privaten Mitteln, also durch Unterstützung der Eltern oder eigene Berufstätigkeit. Insgesamt erhielten 2024 rund 326.000 Studierende in Deutschland eine Bafög-Förderung. Das entspricht einem Anteil von rund 11,4 Prozent. 69.000 Menschen beziehungsweise 2,4 Prozent bekamen ein Stipendium, etwa ein Aufstiegsstipendium, ein Deutschlandstipendium oder ein Begabtenstipendium. Rund 44.000 Studierende oder 1,4 Prozent nahmen laut Untersuchung einen staatlichen Studienkredit in Anspruch. Nur das Deutschlandstipendium verzeichnete demnach 2024 einen minimalen Zulauf. Centrum für Hochschulentwicklung warnt vor mehr Studienabbrüchen Die staatlichen Studienfinanzierungsinstrumente befänden sich seit Jahren in einer Dauerkrise, sagte Ulrich Müller vom CHE. Das betreffe Konzeption, Akzeptanz und Nutzungszahlen. Die Politik nehme in Kauf, dass die meisten Studierenden sich nicht voll und ganz aufs Studium konzentrieren könnten. Es drohten längere Studienzeiten, eine eingeschränkte Fach- und Ortswahl sowie eine Zunahme von Studienabbrüchen.