Zeit 20.11.2025
16:13 Uhr

Studie der Hans-Böckler-Stiftung: Die Einkommen in Deutschland sind so ungleich verteilt wie noch nie


Der Anteil von in Armut lebenden Menschen in Deutschland ist gestiegen. Das zeigt die Hans-Böckler-Stiftung in einer neuen Studie und warnt vor Folgen für die Demokratie.

Studie der Hans-Böckler-Stiftung: Die Einkommen in Deutschland sind so ungleich verteilt wie noch nie
Immer mehr Menschen in Deutschland rutschen aus der unteren Mittelschicht in die Armut ab. Das zeigt der neue Verteilungsbericht der Hans-Böckler-Stiftung. Die Studie wertet unter anderem die neuesten Zahlen des sozio-öekonomischen Panels aus dem Jahr 2022 aus. Demnach ist der Anteil der Haushalte, die in Armut leben, auf 17,7 Prozent gestiegen. 2010 waren es noch 14,4 Prozent. Die Daten legen nahe, dass vor allem Menschen aus der unteren Einkommensmitte ärmer geworden sind, also weniger verdient haben. Eine Folge: die Einkommensungleichheit in Deutschland ist gestiegen. Der sogenannte Gini-Koeffizient kletterte laut der Studie auf einen Rekordwert. Der Koeffizient gibt an, wie gleich die Einkommen in einer Gesellschaft verteilt sind. Er kann Werte von 0 (alle besitzen gleich viel Einkommen) bis 1 (die Einkommen konzentrieren sich in einem einzigen Haushalt) annehmen. Je höher also der Gini-Index, desto höher die Einkommensungleichheit. In Deutschland lag er zuletzt bei 0,310; im Jahr 2010 waren es noch 0,282. Als Folge dieser Ungleichheit warnt der Bericht vor einer wachsenden Polarisierung. Das Vertrauen in staatliche und demokratische Institutionen falle umso geringer aus, je niedriger das Einkommen sei. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.