Zeit 09.12.2025
12:19 Uhr

Studie: Kinder und Jugendliche schauen zunehmend Pornos im Internet


Die Zahl der 11- bis 17-Jährigen, die sich online pornografische Inhalte anschauen, ist auf 47 Prozent gestiegen. Die Studie warnt vor Folgen für die Sexualentwicklung.

Studie: Kinder und Jugendliche schauen zunehmend Pornos im Internet
Kinder und Jugendliche konsumieren zunehmend Pornografie im Internet. Das zeigt eine repräsentative Studie im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW. Demnach hat fast die Hälfte der 11- bis 17-Jährigen bereits Pornos gesehen. Der Anteil der Minderjährigen, die pornografische Inhalte konsumieren, nahm in den vergangenen zwei Jahren deutlich von 35 auf 47 Prozent zu. Der Großteil davon sehe den ersten Porno bereits vor dem 14. Lebensjahr. Der Konsum von Pornografie hat demnach erheblichen Einfluss auf die eigene Sexualentwicklung. So halten nur ein Viertel der befragten Kinder und Jugendlichen Pornos für unrealistisch. Zugleich gab mehr als ein Drittel an, Inhalte aus Pornos selbst ausprobieren zu wollen. Jungen äußerten dies häufiger als Mädchen. "Einordnung der explizit sexuellen Inhalte gelingt Kindern nicht" "Die richtige Einordnung der explizit sexuellen Inhalte gelingt Kindern nicht, und in vielen Fällen beeinflusst das auch die Entwicklung ihrer eigenen Sexualität", betonte die Aufsichtsbehörde für den privaten Rundfunk und Telemedien. Mit 46 Prozent gab fast die Hälfte der Jungen an, dass sie beim Versenden erotischer Nachrichten Handlungen oder Begriffe verwendeten, die sie aus den Pornos kennen. Bei Mädchen sei dieser Zusammenhang mit 17 Prozent deutlich schwächer ausgeprägt. Ein Viertel der Minderjährigen gab an, dass ihnen die pornografischen Inhalte unfreiwillig gezeigt oder zugeschickt wurden. Nur ein Drittel der Befragten bewertete die Pornos als unrealistisch. Bei den 11- bis 13-jährigen Jungen waren es sogar nur 19 Prozent. Kritik an Plattformen Laut der Studie nutzt fast jeder zehnte Jugendliche inzwischen KI-gestützte Chatbots, um sich über Sexualität zu informieren. Für die Studie wurden bundesweit fast 3.000 Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren befragt. Der Direktor der Landesmedienanstalt, Tobias Schmid, bezeichnete die Ergebnisse als erschreckend und das Vorgehen großer Porno-Plattformen, die "einfachste Schutzmechanismen" nicht umsetzten, als rücksichtslos. "Wir werden auch gemeinsam mit der EU-Kommission alles daransetzen, dem Gesetz Geltung zu verschaffen", sagte er.