Zeit 04.01.2026
16:20 Uhr

Stromausfall in Berlin: Stadt Berlin hofft nach Stromausfall auf Hilfe der Bundeswehr


Die Bundesregierung sagt Berlin nach dem großflächigen Stromausfall Unterstützung zu. Ein Bekennerschreiben von Linksextremisten stuft die Polizei als glaubhaft ein.

Stromausfall in Berlin: Stadt Berlin hofft nach Stromausfall auf Hilfe der Bundeswehr
Berlin hat wegen des großen Stromausfalls im Südwesten der Stadt die Bundeswehr um Unterstützung gebeten. Er habe mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) telefoniert, sagte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU). "Die Bundesregierung steht zur Verfügung, uns in dieser Krise zu unterstützen." Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sagte, die Bundeswehr könne etwa bei der Versorgung der Menschen mit warmem Essen helfen. Der Stromausfall ist nach Einschätzung von Polizei und Berliner Senat Folge eines politisch motivierten Anschlags. Ein Bekennerschreiben einer linksextremistischen Gruppierung namens Vulkangruppe sei nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen als "glaubhaft" eingestuft worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittlungen zum Tathintergrund gingen aber weiter. Auch Wegner sagte, die Täter seien "offenkundig Linksextremisten". "Es ist inakzeptabel, dass erneut offenkundig Linksextreme unser Stromnetz angreifen und damit Menschenleben gefährden." Spranger sprach von einem "menschenverachtenden Angriff auf die Berlinerinnen und Berliner, der Menschenleben mutwillig gefährdet". Bekennerschreiben veröffentlicht In dem auf einer einschlägigen Website veröffentlichten Bekennerschreiben begründet die Gruppe die Tat mit dem Kampf gegen fossile Energien und die "imperiale Lebensweise" des Globalen Nordens. Die Sabotage des Gaskraftwerks sei "ein Akt der Notwehr und der internationalen Solidarität mit allen, die die Erde und das Leben schützen". Die Gruppe behauptet, zu jedem Zeitpunkt eine Gefährdung von Menschenleben ausgeschlossen zu haben. Bei den "weniger wohlhabenden Menschen" in den betroffenen Stadtteilen entschuldige man sich. Bei den "vielen Besitzern von Villen" halte sich das Mitleid dagegen in Grenzen. Die Verfasser rufen zu weiteren Anschlägen auf Infrastruktur auf: "Sabotiert die fossile Infrastruktur, die Stromnetze, den Raubbau an der Erde, die Serverzentren", heißt es in dem Schreiben. Die Gruppe stellt die Tat in eine Reihe mit früheren Anschlägen, etwa auf das Tesla-Werk in Grünheide und den Technologiepark Adlershof . Zu den technischen Details schreiben die Verfasser, sie hätten unter der Kabelbrücke über den Teltowkanal Starkstromkabel mit vier "Baustellenspießen" verbunden, um einen Kurzschluss zu verursachen. Am frühen Samstagmorgen hatte der Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde wichtige Leitungen beschädigt. Laut Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) wurden insgesamt fünf Hochspannungs- und zehn Mittelspannungskabel "durch mehrere Brandsätze" zerstört oder beschädigt. Der Anschlag löste einen großen Stromausfall aus, von dem zunächst 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Unternehmen betroffen waren. Inzwischen konnten 7.000 Haushalte und 150 Gewerbekunden wieder angeschlossen werden , wie Stromnetz Berlin mitteilte. Betroffen sind die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde. Unternehmen erwarten Schäden in Millionenhöhe Unternehmen in Berlin gehen infolge des Stromausfalls von hohen finanziellen Schäden aus. "Wir rechnen mit Schäden in Millionenhöhe an Anlagen und Maschinen und durch hohe Umsatzausfälle", teilte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), Alexander Schirp, mit. Der Stromausfall führe zu extremen Belastungen für die Unternehmen. Der Verband fordert deshalb besseren Schutz für wichtige Versorgungsanlagen. Der Stromausfall habe gezeigt, dass die Infrastruktur nicht ausreichend vor Angriffen oder Unfällen geschützt sei, sagte Schirp. Das sorge für Unsicherheit in der Wirtschaft. Nötig seien bessere Schutzmaßnahmen und klare Notfallpläne für Krisensituationen.