Zeit 08.01.2026
14:46 Uhr

Stromausfall in Berlin: Friedrich Merz verteidigt Berliner Bürgermeister gegen Kritik


Der Bundeskanzler hält das Krisenmanagement von Kai Wegner für gelungen. Dass der Bürgermeister während des Stromausfalls Tennis spielte, kommentiert Merz nicht.

Stromausfall in Berlin: Friedrich Merz verteidigt Berliner Bürgermeister gegen Kritik
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) gegen Kritik an seinem Krisenmanagement während des großen Stromausfalls in der Hauptstadt in Schutz genommen. "In den Abläufen ist nichts zu kritisieren", sagte Merz bei der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im Bundestag im oberbayerischen Kloster Seeon. "Wir hätten das wahrscheinlich nicht viel besser machen können, als es so gemacht wurde." Wegner hatte eingeräumt, sich wenige Stunden nach dem Stromausfall in Teilen Berlins eine Stunde Zeit für ein Tennisspiel genommen zu haben . "Ich habe von 13 bis 14 Tennis gespielt, weil ich einfach den Kopf frei kriegen wollte", sagte er. Am Sonntag hatte der Regierende Bürgermeister noch gesagt: "Ich habe mich gestern weder gelangweilt noch die Füße hochgelegt, sondern ich war den ganzen Tag am Telefon und habe versucht zu koordinieren und mich bestmöglich zu informieren, weil ich denke, das hilft den Menschen noch mehr." Er sei am Samstag zu Hause gewesen und habe sich in sein Büro eingeschlossen. Direkt dazu äußerte Merz sich nicht. Der Bundeskanzler forderte stattdessen, sich nun mit der Frage zu beschäftigen, ob Deutschland widerstandsfähig genug gegen solche Anschläge sei. "Wir können unsere Infrastruktur nicht lückenlos schützen, aber wir brauchen Redundanzen", sagte der Bundeskanzler. Die habe es in Berlin offensichtlich nicht im erforderlichen Umfang gegeben. Es müsse ausführlich analysiert werden, was zukünftig getan werden müsse. Söder verurteilt Kritik an Wegner Merz lobte Hilfsorganisationen und Polizei, diese hätten eine exzellente Arbeit gemacht. ‍CSU-Chef Markus Söder bemängelte, die Kritik an Wegner habe sich daran entzündet, dass er verheimlicht habe, während des Stromausfalls eine Stunde Tennis gespielt zu haben. "Da geht es ⁠hier um Linksterrorismus und nicht um eine Stunde Tennisspielen", sagte Söder. Im Südwesten Berlins waren nach einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Samstag Zehntausende Haushalte tagelang ​ohne Strom und teilweise auch ohne Heizung. Seit Mittwoch funktioniert die Stromversorgung wieder.