Zeit 14.01.2026
18:07 Uhr

Stromausfall in Berlin: Dobrindt beharrt auf Ausweitung der Bekämpfung des Linksterrorismus


Die Opposition hat bei einer Regierungsbefragung zum Infrastrukturschutz Pläne des Bundesinnenministeriums kritisiert. Alexander Dobrindt verteidigte die Vorschläge.

Stromausfall in Berlin: Dobrindt beharrt auf Ausweitung der Bekämpfung des Linksterrorismus
Nach dem Brandanschlag auf die Berliner Stromversorgung hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) die Linie seines Ministeriums zum Schutz wichtiger Infrastruktureinrichtungen verteidigt. Bei der Regierungsbefragung im Bundestag versicherte der CSU-Politiker: "Der Kampf gegen den Linksterror und den Linksextremismus muss deutlich ausgeweitet werden." Die nötigen Entscheidungen dafür habe er bereits getroffen. Der von der Bundesregierung vorgelegte Entwurf für das sogenannte Kritis-Dachgesetz sei von Sachverständigen in einer Anhörung stark kritisiert worden, sagte die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünenfraktion, Irene Mihalic. Nach dem Vorschlag sollen Betreiber Störfälle künftig melden müssen und Pläne zum Umgang mit potenziellen Risiken entwickeln. Dobrindt erwiderte, der Vorgängerregierung von SPD, Grünen und FDP sei es nicht gelungen, das schon länger geplante Gesetz zu verabschieden. Im Berliner Südwesten war es am frühen Morgen des 3. Januar nach einem mutmaßlich linksextremistisch motivierten Brandanschlag auf eine Kabelbrücke zu einem großflächigen Stromausfall gekommen. Rund 100.000 Menschen hatten zwischenzeitlich keinen Strom. Mitten im Winter fielen damit tagelang auch Heizungen, Internet und Mobilfunk aus. Der Stromausfall endete erst am 7. Januar. Grüne werfen Dobrindt Abwesenheit vor Bei einer Aktuellen Stunde im Bundestag äußerten AfD, Grüne und Linke zudem deutliche Kritik am Krisenmanagement des schwarz-roten Berliner Senats. "Dieser Anschlag offenbart einen völligen Blackout an politischer Verantwortung", beklagte der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Gottfried Curio. Der Berliner Linkenabgeordnete Ferat Koçak warf der Politik vor, die Betroffenen im Stich gelassen zu haben. Die Kritik im Bundestag richtete sich aber nicht nur an den Berliner Senat, sondern auch an die Bundesregierung. Der innenpolitische Sprecher der Grünenfraktion, Marcel Emmerich, warf Dobrindt vor, er habe sich nicht ausreichend um die Krise gekümmert. "Nach unseren Informationen waren Sie in Seeon bei der Klausurtagung Ihrer Landesgruppe." Er fragte den Minister: "Wann waren Sie in Berlin, wie haben Sie da beim Krisenmanagement unterstützt?" Dobrindt sagte daraufhin: "Es hat Krisensitzungen hier in Berlin gegeben – ich war da, in Seeon war ich auch." Auch die Klausurtagung im oberbayerischen Kloster Seeon (6. bis 8. Januar) sei "eine notwendige und dringende Veranstaltung", wenn es darum gehe, in Deutschland für mehr Sicherheit zu sorgen, sagte Dobrindt.