Zeit 05.01.2026
15:00 Uhr

Stromausfall in Berlin: Bundeswehr hilft in Berlin bei Bewältigung des Stromausfalls


Drei Tage nach dem Kabelbrand im Südwesten Berlins haben 30.000 Haushalte weiterhin keinen Strom. Die Hauptstadt erhält Unterstützung von der Bundeswehr.

Stromausfall in Berlin: Bundeswehr hilft in Berlin bei Bewältigung des Stromausfalls
Berlin erhält bei der Bewältigung des Stromausfalls im Südwesten der Hauptstadt Hilfe von der Bundeswehr. "Sie unterstützt bei Logistik, Transport und Betrieb von Notstromaggregaten", teilte die Berliner Senatskanzlei auf der Plattform X mit. Ein entsprechendes Amtshilfeersuchen sei an die Bundeswehr gestellt worden. Weitere Unterstützung komme von der Bundespolizei, teilte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) mit. Wegner hatte zuvor bereits angekündigt, dass er die "Kompetenzen der Bundeswehr miteinbeziehen" wolle und sich Unterstützung vom Bund erhoffe. In Berlin hat ein mutmaßlicher Anschlag auf Kabel, zu dem sich Linksextremisten bekannt haben, am Samstagmorgen einen großflächigen Stromausfall verursacht. Zeitweise waren 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Betriebe in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde betroffen. Eine vollständige Wiederherstellung der Stromversorgung wird bis Donnerstag erwartet. Bürgermeister Wegner bezeichnet Sabotage von Kabel als Terrorismus Am dritten Tag nach dem Kabelbrand hatten 30.000 Haushalte weiterhin keinen Stromzugang. "Etwa ein Drittel der betroffenen Haushalte ist inzwischen wieder am Strom. Alles, was schnell wieder ans Netz genommen werden konnte, wurde schrittweise angeschlossen", teilte die Senatskanzlei mit . Auch der öffentliche Nahverkehr werde "schrittweise" stabilisiert, zahlreiche Supermärkte hätten dank Notstrom wieder öffnen können. Mittlerweile sind auch 64 von 74 Pflegeheimen im betroffenen Gebiet wieder mit Strom versorgt. Die restlichen zehn sollten noch im Laufe des Tages folgen, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Wegner. Wegner hatte den mutmaßlichen Anschlag auf das Gaskraftwerk in Lichterfelde als Terrorismus eingestuft . Das Landeskriminalamt (LKA) und der Verfassungsschutz seien eingeschaltet. Berlin sei auch im Austausch mit dem Bundeskriminalamt. Das Schreiben der mutmaßlichen Täter Vulkangruppe trägt die Überschrift "Den Herrschenden den Saft abdrehen", unter anderem heißt es darin: "In der Gier nach Energie wird die Erde ausgelaugt, ausgesaugt, verbrannt, geschunden, niedergebrannt, vergewaltigt, zerstört." Das Gaskraftwerk in Lichterfelde sei "erfolgreich sabotiert" worden. Die Berliner Senatsverwaltung forderte vom Generalbundesanwalt, eine Übernahme der Ermittlungen zu prüfen. Das sei jetzt wichtig, sagte Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD). "Die Täter nehmen bewusst und wissentlich in Kauf, dass Menschen in Leib und Leben zu Schaden kommen." "Deshalb kann hier nicht lediglich von Linksextremismus gesprochen werden, vielmehr steht Linksterrorismus im Raum." Das dürfe sich die Gesellschaft nicht gefallen lassen. Bundesinnenministerium sieht Täterschaft noch nicht geklärt "Es war eine linksextremistische Gruppe, die einmal mehr unsere Infrastruktur angegriffen hat und damit auch das Leben von Menschen bedroht hat, von älteren Menschen, die vielleicht Beatmungsgeräte brauchen, von Familien mit kleinen Kindern", ergänzte Wegner. "Und wir müssen diese Täter jetzt schnappen." Polizei, Landeskriminalamt und Verfassungsschutz sind demnach in die Ermittlungen eingebunden. Nach Einschätzung der Bundesregierung ist hingegen noch nicht sicher, wer den mutmaßlichen Anschlag verübt hat. Eine linksextremistische Motivation sei "naheliegend", die Ermittlungen liefen aber noch, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums. "Die Authentizität des Bekennerschreibens ist bislang aus unserer Sicht nicht abschließend geklärt." Der Generalbundesanwalt beobachte die Lage, habe die Ermittlungen aber bisher nicht übernommen. Bislang werden diese von der Berliner Generalstaatsanwaltschaft geleitet, wie es bereits beim rund 60-stündigen Stromausfall in Treptow-Köpenick im Südosten der Hauptstadt im September 2025 der Fall war.