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08.01.2026
09:51 Uhr
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Ein Tennisspiel des Berliner Oberbürgermeisters und der Bildungssenatorin steht in der Kritik. Die Berliner CDU will über das Management des Stromausfalls beraten.

Die CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus berät in einer kurzfristig angesetzten Telefonkonferenz über den tagelangen Stromausfall im Süden der Stadt. Dabei solle auch das Krisenmanagement besprochen werden, berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Fraktionskreise. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner nimmt an der Besprechung teil, es soll auch um sein umstrittenes Tennisspiel am Samstag gehen. Zuvor hatten mehrere Medien, darunter die B.Z., berichtet. Wegner steht wegen seines Krisenmanagements während des Stromausfalls im Berliner Südwesten unter Druck. Er räumte ein, am Samstag wenige Stunden nach Beginn des Stromausfalls Tennis gespielt zu haben – entgegen früheren Angaben zu seinem Wochenende . Er spielte zusammen mit seiner Lebensgefährtin, der Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU). SPD kritisiert Falschaussage SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese nannte die Kritik am Verhalten Wegners (CDU) nach dem Anschlag "berechtigt". "Diese scheibchenhafte Informationspolitik, das ist etwas, das ist ehrlicherweise nie gut", sagte er den Sendern RTL und ntv. Niemand werfe einem Politiker vor, mal Sport zu machen und einen Moment den Kopf freikriegen zu müssen, sagte Wiese. "Aber warum man dann erst mit falschen Aussagen an die Öffentlichkeit geht, das kann ich tatsächlich nicht nachvollziehen. Und darum muss er sich zu Recht Fragen gefallen lassen." Wegner hatte ein Fehlverhalten zurückgewiesen – er sei die ganze Zeit erreichbar gewesen und habe davor und danach gearbeitet. Die Opposition in der Hauptstadt legte Wegner einen Rücktritt nahe. Dazu wollte Wiese sich nicht explizit äußern. "Ich glaube, das muss jetzt hier in Berlin geklärt werden, was da möglicherweise vielleicht an weiteren Fehltritten oder Ähnliches noch da ist." Stromversorgung wieder stabil Einen Tag nach der Wiederherstellung der Stromversorgung im Berliner Südwesten verläuft die Versorgung unterdessen nach Angaben von Stromnetz Berlin reibungslos. Die Nacht sei ohne Zwischenfälle verlaufen, sagte Sprecher Olaf Weidner. Überraschende Ausfälle habe es nicht gegeben. Ab Mittwochnachmittag seien jedoch die Notstromaggregate schrittweise abgeschaltet worden, wodurch es örtlich kurzzeitig zu Stromausfällen gekommen sein könnte. Es werde nun auch an einer zweiten Leitung gearbeitet, um ein weiteres Provisorium zu schaffen. Nach einem mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke waren ab Samstagmorgen zunächst 45.000 Haushalte ohne Strom gewesen. Das war der längste Ausfall im Berlin der Nachkriegsgeschichte . Nach Angaben Wegners waren insgesamt rund 100.000 Menschen betroffen. Es wird befürchtet, dass Frostschäden vielen weiterhin Probleme bereiten könnten .