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04.01.2026
12:17 Uhr
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Seit dem Morgen sind in Berlin rund 7.000 Haushalte wieder am Netz, etwa 38.000 warten noch darauf. Die Landesregierung geht von Brandstiftung durch Linksextremisten aus.

In Berlin haben rund 7.000 vom Stromausfall betroffene Haushalte seit den frühen Morgenstunden wieder Elektrizität. Bis 3.23 Uhr konnten in mehreren Stufen rund 7.000 Haushalte und 150 Gewerbekunden insbesondere im Bereich Lichterfelde wieder versorgt werden, wie Stromnetz Berlin in der Nacht auf seiner Website mitteilte. Noch rund 38.000 Haushalte und mehr als 2.000 Gewerbekunden sind weiterhin nicht am Netz. Am frühen Samstagmorgen hatte ein Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde wichtige Leitungen beschädigt. Stromnetz Berlin geht davon aus , dass erst am Donnerstagnachmittag wieder alle betroffenen Haushalte mit Strom versorgt werden können. Am Samstag hieß es noch, dass 10.000 Haushalte in Lichterfelde im Laufe des Tages wieder mit Elektrizität rechnen könnten. Die Landesregierung geht derweil von politisch motivierter Brandstiftung aus. Die Täter seien "offenkundig Linksextremisten", sagte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU). Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) teilte mit, dass der Stromausfall vorsätzlich mit Brandsätzen verursacht worden sei. Es handle sich "eindeutig" um eine "Vorsatzhandlung", sagte Giffey. Die betroffene Brücke am Teltowkanal, an der fünf Hochspannungs- und zehn Mittelspannungskabel zerstört worden seien, sei "mit Brandsätzen versehen worden". Polizei ermittelt wegen Brandstiftung Die Polizei ermittelt bereits wegen Brandstiftung. Dem für politische Straftaten zuständigen Staatsschutz lag ein Bekennerschreiben vor, das nach offiziellen Angaben auf Echtheit geprüft wurde. Wer dahinterstecken könnte, war zunächst nicht bekannt. Stromnetz Berlin vergleicht die Dimension des aktuellen Stromausfalls mit einem ähnlichen Fall im September 2025. Ursache damals war ein politisch motivierter Brandanschlag auf zwei Strommasten . In den betroffenen Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde funktionieren viele Heizungen nicht, auch der Mobilfunk ist gestört. Ampeln sind ausgefallen, Läden haben geschlossen. Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf richtete Notunterkünfte ein , in denen sich Menschen aufwärmen, duschen und eine warme Mahlzeit bekommen können. Nach Angaben des Roten Kreuzes stehen 250 Betten zur Verfügung. Die Feuerwehr verlegte Bewohner und Patienten von zwei Pflegeheimen in andere Einrichtungen. Mehrere Hundert Feuerwehrleute und andere Helfende sind neben rund 300 zusätzlichen Polizisten im Einsatz.