Zeit 06.01.2026
07:28 Uhr

Stromausfall : Mehrere Supermärkte öffnen wieder nach Stromausfall in Berlin


Noch 28.000 Haushalte im Südwesten Berlins sind nach dem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke ohne Strom. Die Bundeswehr hilft bei der Versorgung der Notstromaggregate.

Stromausfall : Mehrere Supermärkte öffnen wieder nach Stromausfall in Berlin
In Berlin sind rund 28.000 Haushalte den vierten Tag in Folge weiter ohne Strom. Nach den ersten Supermärkten am Montag öffnen am heutigen Dienstag mehrere weitere große Ketten ihre Läden wieder. Immer mehr Notstromaggregate gehen nach und nach in Betrieb. Bei Transport, Aufbau, Anschluss und Dieselversorgung der mobilen Anlagen hilft nun laut Berliner Innenverwaltung auch die Bundeswehr . Bereits im Laufe des Montags sollten alle 74 Pflegeheime wieder Strom bekommen. Der Senat hofft, dass sich der stark gestörte S-Bahn-Verkehr auf den Linien S1 und S7 verbessert und auch im Dunkeln wieder Züge am Bahnhof Wannsee halten können. Hier sollen Notstromaggregate für die Beleuchtung der Bahnsteige und der Unterführung sorgen. Etwa 20 Schulen bleiben den zweiten Tag in Folge geschlossen. Nach dem großen Stromausfall im Südwesten der Hauptstadt infolge eines Brandanschlags kommen die Arbeiten zur Wiederherstellung der Versorgung langsam voran. Bis alle Betroffenen wieder am Netz sind, wird es nach Einschätzung des Betreibers Stromnetz Berlin bis Donnerstagnachmittag dauern. Bis dahin müssen viele Tausend Menschen ohne Strom und Wärme in dunklen und kalten Wohnungen oder in Ausweichquartieren ausharren. 100.000 betroffene Menschen Die Polizei ist auch diese Nacht mit 300 Beamten in Uniform und in Zivil im Einsatz, um eine sogenannte Raumsicherung zu gewährleisten. Verhindert werden sollen vor allem Einbrüche. Bislang ist dies nach Einschätzung der Polizei weitgehend gelungen. Nach dem Brandanschlag an einer Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, zu dem sich eine linksextremistische Gruppierung bekannte, waren am Samstagmorgen im Südwesten Berlins zunächst 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom. Nach und nach wurde ein Teil der Kunden wieder angeschlossen. Aktuell sind laut dem Betreiber Stromnetz Berlin noch 27.800 Haushalte und rund 1.450 Gewerbekunden ohne Strom. Nach Angaben des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) waren oder sind 100.000 Menschen von dem Blackout betroffen. Berlin hatte am Sonntag eine sogenannte Großschadenslage ausgerufen. Bürgermeister spricht von Terrorismus Bei den Ermittlungen zu den Tätern gibt es noch keine Ergebnisse. Die Polizei spricht von einer sehr umfangreichen Tatortarbeit. Erste Zeugen würden vernommen, Videomaterial etwa der Verkehrsbetriebe BVG werde ausgewertet. Die linksextremistischen sogenannten Vulkangruppen, die sich zu dem Anschlag in einem Schreiben bekannten, sind den Ermittlern bereits länger bekannt. Sie griffen mutmaßlich schon mehrfach etwa Bahnanlagen oder das Stromnetz an. Der Regierende Bürgermeister Wegner und Innensenatorin Iris Spranger (SPD) stufen den Anschlag als Terrorismus ein. Ähnlich sieht das Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). "Nach unserer Einschätzung handelt es sich um einen mit profunden Kenntnissen und dezidiert geplanten Anschlag", sagte er Bild , und: "Der Linksterrorismus ist mit steigender Intensität in Deutschland zurück."