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18.01.2026
05:34 Uhr
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Ab Februar sollen Gegner einer US-Annexion Grönlands einen Zoll von zehn Prozent zahlen müssen, ab Juni von 25 Prozent. Der EU wirft Trump ein "gefährliches Spiel" vor.

US-Präsident Donald Trump hat wegen der europäischen Reaktion auf seine Pläne zur Übernahme Grönlands Zusatzzölle von zehn Prozent gegen Deutschland und weitere EU-Länder angekündigt. Der Zoll, von dem auch Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland betroffen sind, trete am 1. Februar in Kraft, kündigte Trump auf seiner Plattform Truth Social an . Ab dem 1. Juni sollen die Zölle auf 25 Prozent steigen. Dieser Aufschlag werde so lange fällig, "bis eine Einigung über den vollständigen und kompletten Kauf Grönlands erzielt ist", schrieb Trump. Der US-Präsident verwies erneut auf das historische US-Interesse an Grönland: "Die USA versuchen seit 150 Jahren, diese Transaktion durchzuführen", schrieb er. Die größte Insel der Welt verfügt über wichtige Bodenschätze und ist ein autonomes Gebiet Dänemarks, eines Nato-Lands. Die Regierung in Kopenhagen und ihre europäischen Verbündeten lehnen eine US-Übernahme Grönlands kategorisch ab. Trump begründet seine Pläne zur Übernahme Grönlands vor allem mit der nationalen Sicherheit der USA. Er hat bisher offengelassen, ob die USA im Extremfall auch militärische Mittel gegen den Nato-Partner Dänemark erwägen würden. Trump ärgert sich über europäische Soldaten in Grönland US-Präsident Trump stößt sich nach eigenen Angaben daran, dass Deutschland und andere EU-Staaten jüngst teils auf Einladung Dänemarks Soldaten auf die Insel geschickt haben. Es sei unklar, was der Zweck der Maßnahme sei, schrieb er in seiner Zollankündigung auf Truth Social. Er warnte, die beteiligten Länder spielten ein "sehr gefährliches Spiel". Zudem wiederholte Trump seine Behauptung, wonach China und Russland Interesse an der Insel hätten. Die momentane "Situation" sei gefährlich, auch für die globale Sicherheit. Aus dem Post ging nicht klar hervor, ob er damit das Interesse Russlands und Chinas an der Insel meinte oder die Entsendung europäischer Soldaten. Am Samstag demonstrierten in Dänemark und auf Grönland Tausende Menschen gegen die Annexionspläne des US-Präsidenten. US-Parlamentarier, die in Kopenhagen zu Besuch waren, kündigten an, das Gespräch mit US-Außenminister Marco Rubio suchen zu wollen. Die Demokraten im US-Senat kündigten einen Gesetzesantrag an , um Trumps Zollpläne zu stoppen. Rechtsgrundlage für Zusatzzölle ist nicht klar Zur Begründung seines Anspruchs auf die Arktisinsel verwies Trump zudem erneut auf sein sogenanntes Golden-Dome-Projekt . Dabei handelt es sich um ein von ihm geplantes US-amerikanisches Raketenabwehrsystem , das Kurzstreckenraketen, moderne Hyperschall- und Langstreckenraketen abwehren und unter anderem auch Kanada schützen soll. Laut Trump könne dieser Golden Dome nur optimal arbeiten, wenn Grönland einbezogen sei. Unklar blieb, wie Trump die jetzt angekündigten Zölle juristisch begründen will. Er könnte sich auch diesmal auf wirtschaftliche Notstandsbefugnisse berufen. Doch diese werden derzeit vor dem Obersten Gerichtshof der USA angefochten. Außerdem hat Trump für seine Annexionsforderungen in der Hauptsache sicherheitspolitische und keine wirtschaftlichen Gründe genannt. Ein kürzlich in Washington, D. C. abgehaltenes Krisentreffen der Außenminister Dänemarks und Grönlands mit US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio endete ohne Einigung . Die USA beanspruchen weiterhin Kontrolle über Grönland, Dänemark lehnt dies wie schon vor dem Treffen vehement ab. Mehrere Nato-Staaten führen seit Donnerstag eine militärische Erkundungsmission in Grönland durch, an der auch die Bundeswehr beteiligt ist . Damit reagieren die Nato-Verbündeten der USA auf Trumps Argument, nur sein Land sei in der Lage, Grönland zu verteidigen, falls Russland oder China versuchen sollten, die Insel einzunehmen. Verfolgen Sie die Entwicklungen um Trumps Annexionspläne zu Grönland in unserem Liveblog .