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01.03.2026
11:41 Uhr
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Nach den zweitägigen Warnstreiks im Nahverkehr fordert der Arbeitgeberverband eine Reform des Streikrechts. BDA-Chef Steffen Kampeter wirft Ver.di Erpressung vor.

Nach den bundesweiten Streiks im öffentlichen Nahverkehr hat Arbeitgeberpräsident Steffen Kampeter die Gewerkschaften stark kritisiert und Änderungen im Streikrecht gefordert. "Dieser Streik ist ein plumper Erpressungsversuch", sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands BDA der Bild am Sonntag . "Ein Streik von 48 Stunden, der Bus und Bahn lahmlegt, ist kein Warnstreik", sagte Kampeter. "Dass die Gerichte so was dulden, zeigt: Wir brauchen neue Fairness-Regeln im Streik". Der BDA-Chef forderte ernsthafte Tarifverhandlungen "statt Eskalation". Am Freitag und Samstag hatte es in 14 Bundesländern Streiks im öffentlichen Nahverkehr gegeben. Die Gewerkschaft Ver.di hatte dazu aufgerufen , um den Druck auf die Arbeitgeber in der aktuellen Tarifrunde zu erhöhen. Einige Arbeitskämpfe dauerten bis 3 Uhr in der Nacht an, danach normalisierte sich der Verkehr wieder. In anderen Verkehrsverbünden wird auch noch an diesem Sonntag gestreikt. Gewerkschaften fordern bessere Arbeitsbedingungen In den aktuellen Tarifverhandlungen fordern die Gewerkschaften Entlastungen bei der Wochenarbeitszeit und den Schichtdiensten sowie höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. In mehreren Bundesländern wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Arbeitgeberpräsident Kampeter wies die Forderungen der Gewerkschaften als überzogen zurück, diese stünden in keinem Verhältnis zur wirtschaftlichen Lage. Laut Kampeter hat es bereits "ein ordentliches Lohnplus" gegeben, das "nicht weiter finanzierbar" ist.