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24.02.2026
10:46 Uhr
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Die Gewerkschaft Ver.di hat Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr angekündigt. In fast allen Bundesländern müssen Fahrgäste deshalb mit Bus- und Bahnausfällen rechnen.

Die Gewerkschaft Ver.di ruft für Freitag und in manchen Regionen auch für Samstag zu bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr auf. Wie Ver.di mitteilte, soll so bei den Tarifverhandlungen der Druck auf die Arbeitgeberseite erhöht werden . In fast allen Bundesländern sollen Beschäftigte demnach die Arbeit niederlegen, in zahlreichen Kommunen dürfte dadurch der Bus- und Bahnverkehr an beiden Tagen ausfallen. Der Streik soll am Freitag in den frühen Morgenstunden beginnen und je nach Region bis in die Nacht auf Samstag oder Sonntag andauern. Offenbar ist noch unklar, ob auch in Baden-Württemberg, bei der Hamburger Hochbahn und den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein gestreikt wird. Das soll sich heute und im weiteren Verlauf der Woche entscheiden. Von Streiks ausgenommen ist außerdem Niedersachsen, weil dort noch bis Ende März eine Friedenspflicht gilt. Von dem Warnstreik betroffen sind die Beschäftigten von Nahverkehrsunternehmen, also die Betreiber von Bussen, Tram- und U-Bahnen . Nicht betroffen ist die Deutsche Bahn. Regionalzüge, der Fernverkehr und vor allem auch die S-Bahnen sollten am Freitag und Samstag also normal verkehren. Ver.di fordert bessere Arbeitsbedingungen "Offenbar verstehen die Arbeitgeber immer noch nicht, dass es auf Dauer keine funktionierende ÖPNV-Daseinsvorsorge mehr geben kann, wenn wir jetzt nicht entscheidend die Arbeitsbedingungen verbessern", sagte die stellvertretende Ver.di-Vorsitzende Christine Behle laut einer Mitteilung. "Die Kolleginnen und Kollegen brauchen dringend Entlastung – und die Arbeitgeber brauchen ein klares Signal, dass wir entschlossen sind, für unsere Forderungen zu kämpfen." In den Tarifverhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Ver.di insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen. Dazu gehören etwa kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. Arbeitgeber und Gewerkschaft unzufrieden mit Verhandlungen "Die Verhandlungen kommen insgesamt kaum voran, obwohl es in einzelnen Bereichen schon vier Runden gab", sagte Behle. Das sei "mehr als enttäuschend". Auch aufseiten der Arbeitgeber äußerte man sich zuletzt kritisch über fehlende Fortschritte bei den Verhandlungen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), das größte ÖPNV-Unternehmen in Deutschland, kritisierten beispielsweise, dass Ver.di bisher nicht klargemacht habe, welche Forderungen die Gewerkschaft besonders wichtig finde. Zweiter Warnstreik der laufenden Tarifrunde Es ist das zweite Mal, dass die Gewerkschaft in der laufenden Tarifrunde zu bundesweiten ÖPNV-Warnstreiks aufruft. Beim letzten Warnstreik am 2. Februar hatte es ausweichsweise Notfahrpläne mit entsprechend vollen Fahrzeugen gegeben. Viele Menschen stiegen aufgrund des Streiks Anfang Februar aufs Auto um, sodass nach Einschätzung des ADAC bundesweit ein leichter Anstieg bei Länge und Dauer der Staus zu erkennen war. Der Fahrdienstvermittler Freenow beobachtete zudem in den Morgenstunden eine größere Nachfrage nach Taxis. Neben dem bundesweiten Warnstreik Anfang Februar gab es zuletzt auch viele regionale Arbeitsniederlegungen , etwa Ende vergangener Woche in Hessen und Bayern.