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05.12.2025
10:04 Uhr
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Mehr als sechs Millionen Beschäftigte verdienen deutschlandweit 14,32 Euro oder weniger. Lange ging die Zahl der Niedriglohnempfänger zurück; das hat sich geändert.

Der Niedriglohnsektor in Deutschland ist zuletzt nicht weiter geschrumpft. Einer Erhebung des Statistischen Bundesamts zufolge arbeiteten im April 2025 rund 6,3 Millionen Menschen unter der sogenannten Niedriglohnschwelle von maximal 14,32 Euro pro Stunde. Das entspricht 16 Prozent aller Jobs. Noch vor elf Jahren hatte der Anteil der Niedriglohnjobs bei 21 Prozent gelegen. Zum Niedriglohnsektor zählen alle Berufe außer Auszubildende, die mit weniger als zwei Dritteln des mittleren Bruttostundenlohns vergütet werden. Dieser lag 2025 bei 21,48 Euro. Die Schwelle zum Niedriglohn ist wegen schwankender Lohnverhältnisse sowie des sich ändernden Mindestlohns dynamisch: Während sie im April 2025 bei 14,32 Euro lag, waren es im Vorjahr nur 13,79 Euro. Weiter große Lohnungleichheit Der kontinuierliche Rückgang im Niedriglohnsektor seit 2014 sei vor allem ein Erfolg des Mindestlohns, sagte Dorothee Spannagel vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. "Er hat vielen Menschen mehr Geld in der Tasche beschert und Lohnungleichheiten verringert." Ersteres zeigt sich unter anderem an einem der größten Rückgänge im Niedriglohnsektor zwischen 2022 und 2023. Damals wurde der gesetzliche Mindestlohn von 9,82 Euro auf 12 Euro erhöht. Derzeit beträgt er 12,82 Euro, zum Jahreswechsel soll er auf 13,90 Euro steigen . Dennoch bestehen weiterhin große Ungleichheiten in der bundesweiten Lohnverteilung. Die sogenannte Lohnspreizung, also der Abstand zwischen Geringverdienern (untere zehn Prozent der Lohnskala) und den Besserverdienenden (oberste zehn Prozent), blieb laut Statistischem Bundesamt gleich. So erhielten die Besserverdienenden mit 39,95 Euro pro Stunde im Durchschnitt fast das Dreifache dessen, was Geringverdienende mit 13,46 Euro bekamen. Vor allem im Gastgewerbe sind die Löhne weiterhin gering: Dort fiel im April 2025 jede zweite Stelle in den Niedriglohnsektor. Es folgen die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft mit 45 Prozent und der Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung mit 36 Prozent. Besonders niedrig war der Niedriglohnanteil hingegen in der öffentlichen Verwaltung mit zwei Prozent und in den Sektoren Wasser, Abwasser und Beseitigung von Umweltverschmutzungen, Erziehung und Unterricht und in der Finanz- und Versicherungsbranche (jeweils sechs Prozent).