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03.03.2026
09:17 Uhr
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Im Großteil der Haushalte sind Männer die Hauptverdiener. Mit Kindern gehen Einkommen noch stärker auseinander. Die Ungleichheit bleibt seit Jahren unverändert.

In Deutschland sind Frauen selten die Hauptverdiener. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts war 2025 nur in jedem zehnten Haushalt eines Paares die Frau die Haupteinkommensbezieherin. In der Mehrheit der Fälle, nämlich 55,8 Prozent, verdiente der Mann mehr. In gut einem Drittel der Haushalte lagen beide Einkommen in etwa gleichauf. Als Haupteinkommensperson gilt, wer mit seinem persönlichen Nettoeinkommen 60 Prozent oder mehr zum Gesamteinkommen des Paares beiträgt. Mit Kindern gehen die Einkommen stärker auseinander. Hier war die Frau nur in 7,7 Prozent der Fälle Hauptverdienerin, während der Mann in zwei von drei Haushalten überwog. In 27,7 Prozent der Paarhaushalte mit Kindern erzielten beide ähnlich hohe Einkommen. Ohne Kinder sind die Unterschiede etwas kleiner: In 11,4 Prozent der kinderlosen Paare verdiente die Frau mehr, in 50,1 Prozent der Mann. Mütter häufiger in Teilzeit Die größeren Einkommensunterschiede seien bei Paaren mit Kindern auch auf die unterschiedliche Erwerbstätigkeit zurückzuführen. Unter den erwerbstätigen Frauen arbeiten Mütter dem Statistischen Bundesamt zufolge deutlich häufiger in Teilzeit. "Bei den erwerbstätigen Männern ist es umgekehrt: Hier arbeiten Väter sogar seltener in Teilzeit", schrieben die Statistiker. Insgesamt hat sich die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern bei den Einkommen in den vergangenen Jahren kaum verändert. Der Anteil der Hauptverdienerinnen etwa ist leicht gesunken – von 10,5 Prozent im Jahr 2021 auf 9,9 Prozent im Jahr 2025. Lohnungleichheit bleibt unverändert Die Angaben beruhen auf Erstergebnissen der europäischen Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen 2025. Grundlage sind die Nettoeinkommen des Vorjahres nach Steuern und Sozialabgaben. Betrachtet wurden ausschließlich Paarhaushalte von Frau und Mann. Das Statistische Bundesamt veröffentlichte die Studie anlässlich des Internationalen Frauentags am Sonntag, dem 8. März. An diesem Tag wird an die strukturelle Ungleichheit von Frauen erinnert. Schon vergangene Woche, zum Equal-Pay-Day, gab das Statistische Bundesamt bekannt, dass die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen 2025 im Vergleich zum Vorjahr unverändert blieb . Demnach verdienten Frauen im Schnitt 16 Prozent weniger pro Stunde als Männer.