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27.05.2026
09:30 Uhr
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Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten hat 2025 einen neuen Höchstwert erreicht. Jede zweite Frau arbeitete in Teilzeit. Auch mehr Männer reduzierten ihre Stunden.

Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Im vergangenen Jahr arbeiteten 31,9 Prozent der abhängig Beschäftigten in Teilzeit, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während 2025 jede zweite Frau (50,6 Prozent) einen reduzierten Stellenumfang hatte, traf dies nur auf jeden siebten Mann (14,3 Prozent) zu. »Sowohl für Frauen als auch für Männer erreichte die Teilzeitquote damit einen neuen Höchststand«, teilten die Statistiker mit. Bei den Männern nahm sie jedoch stärker zu: 2015 hatten 48 Prozent der Frauen und nur 10,6 Prozent der Männer in Teilzeit gearbeitet. Zwei Drittel der Mütter arbeiten in Teilzeit Auch unter Eltern im Alter von 25 bis 49 Jahren reduzieren Frauen deutlich häufiger ihre Arbeitszeit als Männer . 2025 arbeiteten knapp zwei Drittel (66,4 Prozent) der erwerbstätigen Mütter mit Kindern unter 18 Jahren in Teilzeit. Bei Vätern war es weniger als ein Zehntel (8,6 Prozent) . Auch kinderlose Frauen arbeiteten häufiger in Teilzeit als Männer. Während knapp ein Viertel (24,8 Prozent) der 25- bis 49-jährigen erwerbstätigen Frauen ohne Kinder einen Teilzeitjob hatte, waren es bei den kinderlosen Männern dieser Altersgruppe mit 12,3 Prozent etwa halb so viele. Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten nimmt mit dem Alter zu. Ein Drittel (33,5 Prozent) der 60-Jährigen arbeitete vergangenes Jahr in Teilzeit. Unter den 65-Jährigen war es mehr als die Hälfte (53,4 Prozent). Bei Personen, die über das gesetzliche Rentenalter hinaus arbeiten, stieg die Teilzeitquote noch stärker an. Arbeitszeit von Teilzeitbeschäftigten nimmt zu Gleichzeitig nahm die geleistete Arbeitszeit von Teilzeitbeschäftigten zu: Sie arbeiteten im vergangenen Jahr durchschnittlich 21,3 Wochenstunden und damit zwei Stunden mehr als 2015 mit 19,3 Stunden pro Woche. »Das zeigt, dass längere Teilzeitmodelle im Arbeitsleben angekommen sind«, sagte die Arbeitszeitexpertin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, Yvonne Lott. Wer angesichts dieser Zahlen reflexartig nach längeren Arbeitszeiten rufe, verwechsele Quantität mit Produktivität — und übersehe, dass die eigentliche Aufgabe eine andere ist: »Erwerbsarbeitszeiten weiterzuentwickeln, die zum Leben passen«. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte vor einigen Monaten angemahnt, mehr zu arbeiten . »Wenn Sie aus China kommen, (...) dann haben Sie noch einmal deutlicher das Gefühl, dass mit Work-Life-Balance und Vier-Tage-Woche der Wohlstand in unserem Land auf Dauer nicht zu erhalten ist«, sagte der CDU-Chef.