Zeit 17.02.2026
10:45 Uhr

Statistisches Bundesamt: Bevölkerung schrumpft in den nächsten Jahren stärker als gedacht


In 40 Jahren leben voraussichtlich zehn Prozent weniger Menschen in Deutschland als heute. Zuvor war nur ein Rückgang von rund einem Prozent erwartet worden.

Statistisches Bundesamt: Bevölkerung schrumpft in den nächsten Jahren stärker als gedacht
Entgegen den bisherigen Erwartungen schrumpft die deutsche Bevölkerung in den kommenden Jahren stärker. Das geht aus einer Analyse aktueller Daten des Statistischen Bundesamtes durch das Dresdner ifo-Institut für Wirtschaftsforschung hervor. Im Jahr 2070 sollen der Analyse zufolge voraussichtlich zehn Prozent weniger Menschen in Deutschland leben als heute. Bisher war lediglich ein Rückgang von einem Prozent erwartet worden. Aus der Analyse geht neben dem starken Rückgang auch hervor, dass es deutliche regionale Unterschiede gibt. Besonders stark von der Schrumpfung betroffen sind vor allem ostdeutsche Flächenländer. Stadtstaaten sollen hingegen bis 2070 sogar wachsen. Neue Daten sind Grund für neue Erwartungen Grund für die neuen hohen Zahlen sind den Angaben zufolge neue Daten aus dem Zensus 2022. Zu diesem Zeitpunkt lebten hochgerechnet rund 81,9 Millionen Menschen in Deutschland, statt der bisher angenommenen 83,2 Millionen aus dem Zensus 2011. Zugleich sei die Zahl der Zuwanderer in den vergangenen Jahren stärker gesunken als in früheren Berechnungen angenommen, sodass dieser Wert für die Prognose bis 2070 ebenfalls angepasst wurde. Sowohl die niedrigere Bevölkerungszahl als auch weniger Zuwanderung führten zu einer geringeren Geburtenzahl. Bisher war von einer eher konstanten und bis 2030 leicht wachsenden Bevölkerung ausgegangen. Laut dem Institutsleiter Joachim Ragnitz muss dieser verstärkte Rückgang und die Alterung der Bevölkerung bereits heute bei politischen Entscheidungen mit Langzeitwirkung berücksichtigt werden – etwa bei Maßnahmen im Gesundheits- oder Pflegebereich. Denn weniger Menschen benötigen weniger Wohnungen, Verkehrsinfrastruktur und Personal im öffentlichen Dienst. Gleichzeitig steigt jedoch der Bedarf an Gesundheits- und Pflegeleistungen. Außerdem warnen die Experten davor, dass neben dem Arbeitskräftemangel auch die gesetzliche Rentenversicherung noch stärker unter Druck geraten wird.