Zeit 25.02.2026
06:03 Uhr

State of the Union: US-Präsident Trump verteidigt Arbeit seiner Regierung


Bei seiner Grundsatzrede hat Donald Trump seine Migrations- und Arbeitspolitik gelobt – trotz niedriger Umfragewerte. Den USA gehe es besser als je zuvor, behauptet er.

State of the Union: US-Präsident Trump verteidigt Arbeit seiner Regierung
US-Präsident Donald Trump hat in seiner Ansprache im Kongress die Erfolge seiner Regierung gelobt und seinen Amtsvorgänger Joe Biden kritisiert. "Unser Land ist zurück. Größer, besser, reicher und stärker als je zuvor", begann Trump seine Rede. Er habe zu seinem Amtsantritt ein Land in der Krise übernommen, sagte Trump. In nur einem Jahr im Amt sei ihm eine zuvor nie gesehene Veränderung gelungen, sagte der US-Präsident. Der Präsident lobte die Stärke der Wirtschaft. Trump behauptete, die Inflation sei stark zurückgegangen und Einkommen stiegen. Inflationsbereinigt stiegen die Einkommen in den USA nach Abzug von Steuern im Jahr 2025 jedoch nur um 0,9 Prozent, das ist der kleinste Anstieg seit 2022 – Umfragen zufolge leiden viele US-Amerikaner weiter unter hohen Preisen im Land. Trump warf den oppositionellen Demokraten vor, für hohe Lebenshaltungskosten in den USA verantwortlich zu sein. Trump kritisierte die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zu seiner Zollpolitik als "bedauerlich" und "völlig falsch", griff Richter allerdings nicht persönlich an. Erst vor wenigen Tagen hatte der Oberste Gerichtshof der USA die vom Präsidenten verhängten globalen Zölle für rechtswidrig erklärt – und ihm somit ein zentrales Projekt seiner Wirtschaftspolitik genommen, das Trump regelmäßig als Drohkulisse einsetzt. Nicht alle Richter saßen bei seiner Rede im Publikum. Mit rund einer Stunde und 48 Minuten hielt Trump die längste Rede zur Lage der Nation in der US-Geschichte. Erst nach mehr als einer Stunde sprach Trump den Krieg in der Ukraine an. Er wiederholte seine Behauptung, dass es mit ihm als Präsident niemals zu einem russischen Angriff gekommen wäre, und sagte, dass er sich für ein Ende des Kriegs einsetze. Auch den Iran erwähnte Trump erst spät in der Ansprache: Er lobte den US-Angriff auf iranische Atomanlagen und sagte, er werde dem Land nicht erlauben, Atomwaffen zu besitzen. Derzeit verfügt der Iran laut dem Forschungsdienst des US-Kongresses über ballistische Kurz- und Mittelstreckenraketen mit Reichweiten von bis zu rund 3.000 Kilometern. Das ist etwa die Hälfte der Distanz zu den USA. Dennoch warf der US-Präsident dem Iran in seiner Rede vor, Raketen für mögliche Angriffe auf die Vereinigten Staaten zu bauen. Trump erhebt Vorwürfe gegen Migranten Seine Regierung habe eine härtere Migrationspolitik durchgesetzt, sagte Trump. Er forderte ein Ende der Haushaltsblockade für das Heimatschutzministerium und machte die Demokraten für die ausbleibende Finanzierung für Grenzsicherheit verantwortlich. Hintergrund sind die umstrittenen Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE, die dem Ministerium untersteht – die Trump aber zunächst nicht erwähnte. Demokraten wollen einer Finanzierung nur zustimmen, wenn es strengere Regeln für die Razzien gibt. Im vergangenen Jahr hatte Trump außer ICE-Mitarbeitern auch die Nationalgarde in mehrere demokratisch regierte Städte entsandt – in vielen Fällen gegen den Willen der Städte und Bundesstaaten. Er begründete das unter anderem mit angeblich ausufernder Kriminalität. Kritiker sahen darin eine Machtdemonstration im Inneren und den Versuch, politische Gegner einzuschüchtern. Nach juristischen Niederlagen zog die US-Regierung die militärischen Reserveeinheiten schließlich vielerorts wieder ab. Dennoch bezeichnete Trump in seiner Rede den Einsatz der Nationalgarde als Erfolg. Auch wetterte Trump erneut gegen somalische Einwanderer und erwähnte eine mutmaßliche Affäre um Sozialbetrug im US-Bundesstaat Minnesota. Die dortigen Ermittler werfen gebürtigen Somaliern vor, angeblich mehr als eine Milliarde US-Dollar für nicht existierende Sozialdienste abgezweigt zu haben. Trump hat seit seinem Amtsantritt das Vorgehen von US-Behörden gegen illegal in den USA lebende Einwanderer verschärft und Hunderttausenden Migranten ihren Rechtsstatus aberkannt. Im November beendete Trump den Schutzstatus für somalische Einwanderer. In seiner Ansprache bekräftigte Trump auch seine sich verbessernden Beziehungen zu Venezuela. "Wir haben von unserem neuen Freund und Partner, Venezuela, gerade mehr als 80 Millionen Barrel Öl erhalten", sagte er. Noch bis vor Kurzem war das Verhältnis zwischen den USA und Venezuela extrem angespannt. Anfang Januar nahm das US-Militär Maduro und dessen Ehefrau in der Hauptstadt Caracas gefangen und brachte sie außer Landes. Beide befinden sich inzwischen in New York, wo ihnen wegen angeblicher Verwicklung ins internationale Drogengeschäft der Prozess gemacht werden soll. Der US-Präsident verteidigte zudem seine Kritik an Diversitätsprogrammen und sprach sich für die weitere Einschränkung von Rechten für trans Menschen aus. Die Regierung seines Vorgängers Biden sei ein Desaster gewesen, sagte Trump. Er erinnerte an den getöteten Maga-Aktivisten Charlie Kirk und interagierte immer wieder mit Gästen, deren Geschichten er beispielhaft erzählte. Umfragewerte erreichten zuletzt Rekordtief Die sogenannte State of the Union ist eine der wichtigsten politischen Reden in den Vereinigten Staaten. Der US-Präsident gibt vor beiden Kammern des US-Parlaments traditionell eine Vorschau und einen Rückblick auf seine Regierungsarbeit, oft nutzen sie die zeremonielle Rede, um für ihre Amtsführung zu werben. Im Blick hat er dabei die Zwischenwahlen zum Kongress im November. Für Trump fand der Termin an einem kritischen Zeitpunkt statt: Die Umfragewerte des US-Präsidenten waren zuletzt auf einen Tiefstwert gefallen. Wie aus einer von CNN beauftragten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts SSRS hervorgeht, stimmen nur 36 Prozent der erwachsenen Amerikanerinnen und Amerikaner der Amtsführung des Präsidenten zu. 63 Prozent lehnen sie demnach ab. Selbst republikanische Abgeordnete wagen inzwischen regelmäßige Kritik an der Regierung. Lesen Sie hier unsere Chronik über die wichtigsten Entscheidungen in der zweiten Amtszeit von Donald Trump .