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09.12.2025
08:00 Uhr
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Der Umsatz ist zwar gesunken, trotzdem schließt Thyssenkrupp das Geschäftsjahr mit einem deutlichen Gewinn ab. Das liegt an einem Verkauf – und an Aufzügen.

Nach einem Milliardenverlust im Vorjahr hat der Industriekonzern Thyssenkrupp das Geschäftsjahr mit mehr als 500 Millionen Euro Gewinn abgeschlossen. Der Umsatz sank um sechs Prozent auf 32,8 Milliarden Euro. Der Konzern begründete das mit einer gesunkenen Nachfrage und niedrigeren Preisen vor allem im Werkstoffhandel und in der Stahlsparte. Der hohe Gewinn kommt vor allem durch zwei Entwicklungen zustande: Der Wert der Beteiligung am Aufzughersteller TK Elevator ist gestiegen, das ist positiv für die Bilanz. Und: Thyssenkrupp hat einen Spezialstahlhersteller in Indien verkauft. Die Zahl der Beschäftigten sank auf knapp 93.400 Menschen (minus fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Das Geschäftsjahr sei erneut von geo- und wirtschaftspolitischen Herausforderungen geprägt gewesen, sagte Vorstandschef Miguel López. Unsichere Märkte und eine schwächere Kundennachfrage hätten die Geschäfte spürbar gebremst. "Dennoch konnten wir uns durch konsequente Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen gut behaupten", sagte López weiter. 400 bis 800 Millionen Minus für das laufende Geschäftsjahr erwartet Die Aktionärinnen und Aktionäre sollen wie im Vorjahr 15 Cent Dividende je Aktie erhalten. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem stabilen Umsatz. Erwartet werde eine Entwicklung zwischen minus zwei und plus einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Thyssenkrupp erwartet zudem einen Verlust zwischen 800 und 400 Millionen Euro. Darin enthalten sind Rückstellungen für die Transformation in der Stahlbranche . Also Schulden, die für die Umstrukturierung gemacht werden müssen, bei denen aber noch unklar ist, wie hoch sie wirklich ausfallen. Um die Kosten aber schon mal sichtbar zu machen, fließt der Posten in die Bilanz ein. Konzern befindet sich in einem großen Umbruch Zu dem seit Mitte September vorliegenden Übernahmeangebot für die Sparte durch den indischen Stahlkonzern Jindal Steel International äußerte sich der Konzern in der Mitteilung nur knapp. Die Thyssenkrupp AG prüfe das Angebot "mit Blick auf die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit und die Fortführung der grünen Transformation sowie die Beschäftigung an unseren Stahlstandorten". Die Stahlsparte von Thyssenkrupp ist Deutschlands größter Stahlhersteller . Für die Sparte ist ein harter Sanierungskurs geplant, der unter anderem den Abbau und die Auslagerung von Tausenden Stellen vorsieht. Thyssenkrupp befindet sich insgesamt in einem tiefgreifenden Umbau. Im Oktober hatte der Konzern seine Marineschiffsbausparte TKMS an die Börse gebracht, aber die Mehrheit der Aktien behalten. Auch die drei übrigen Geschäftsfelder Autoteile, Werkstoffhandel und grüne Technologien will Thyssenkrupp in den kommenden Jahren eigenständig aufstellen und kapitalmarktfähig machen. Die Thyssenkrupp AG soll zu einer Finanzholding werden.