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06.02.2026
11:40 Uhr
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Sportfans erleben laut einer Studie mehr Stress, wenn sie Spiele live im Stadion verfolgen. Gemessen wurde die Studie bei Fans des Fußballclubs Arminia Bielefeld.

Fans erleben Sport offenbar intensiver, wenn sie live im Stadion dabei sind. Das zeigt eine neu veröffentlichte Studie der Universität Bielefeld. Es gebe deutliche Unterschiede im Stresslevel und bei Pulsfrequenzen. Untersucht wurde, wie F ans des Fußballclubs Arminia Bielefeld das DFB-Pokalfinale im Mai 2025 erlebten. Die Forschenden erfassten die Vitalwerte von 229 Fans zwölf Wochen lang über Smartwatches. Dabei stellte sich heraus, dass Arminia-Fans, die das Pokalfinale im Berliner Olympiastadion verfolgten, eine leicht erhöhte Herzfrequenz von 94 Schlägen pro Minute aufwiesen. Zuschauer vor dem Fernseher kamen laut Studie dagegen nur auf 79 Schläge, beim Public Viewing waren es sogar nur 74 Schläge. Veröffentlicht wurde die Studie in Scientific Reports , einem Fachjournal des Nature-Verlags. Laut der Studie war der Unterschied bei emotionalen Höhepunkten noch größer. Nach dem ersten Treffer von Arminia Bielefeld erreichte der Puls der Stadionbesucherinnen und -besucher durchschnittlich einen erhöhten Wert von 108 Schlägen. Das sind 36 Prozent mehr als beim Durchschnitt der TV-Zuschauer. Fußballtag ist Stresstag Ursachen für das Stadionfieber lassen sich nach Angaben der Wissenschaftler anhand der verfügbaren Daten nicht eindeutig bestimmen. Wirtschaftswissenschaftlerin Christiane Fuchs sagte, dass die direkte Präsenz die körperliche Reaktion offenbar erheblich verstärkt. Der durchschnittliche Stresspegel am Finaltag erreichte 45,3 Punkte auf einer Skala zwischen 0 und 100. An regulären Tagen waren es vergleichsweise nur 31,9. Christian Deutscher von der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft sagte, dass man die Aufregung schon lange vor Spielbeginn sehen könnte. Die Anspannung steigere sich kontinuierlich und erreiche ihren Höhepunkt kurz vor dem Anpfiff. Selbst nach dem Spiel blieben die Werte erhöht.