Zeit 11.02.2026
14:15 Uhr

Staatsanwaltschaft Regensburg: Mutmaßlicher ICE-Angreifer soll dauerhaft in die Psychiatrie


Ein Mann, der Fahrgäste in einem Zug mit einer Axt angegriffen haben soll, bleibt wohl in einer psychiatrischen Einrichtung. Wegen seiner Erkrankung ist er schuldunfähig.

Staatsanwaltschaft Regensburg: Mutmaßlicher ICE-Angreifer soll dauerhaft in die Psychiatrie
Infolge eines Angriffs auf mehrere Menschen in einem ICE vergangenen Sommer hat die Staatsanwaltschaft Regensburg die dauerhafte Unterbringung des 21-jährigen mutmaßlichen Angreifers in einer Psychiatrie beantragt. Nun muss das Landgericht Regensburg entscheiden, ob es zu einem Prozess kommt. Der beschuldigte Syrer ist einem Gutachten zufolge psychisch krank. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er zum Tatzeitpunkt schuldunfähig war und auch weiterhin gefährlich ist. Nach Überzeugung der Ermittler soll der Beschuldigte am 3. Juli 2025 in dem ICE bei Straßkirchen in Bayern versucht haben, Fahrgäste mit einer Axt zu töten . Den Ermittlungserkenntnissen zufolge soll der junge Mann mit einer Axt und einem Hammer durch ein Zugabteil gegangen sein und schließlich zwei Fahrgäste mit "feindlichem Blick" fixiert haben. Als einer der beiden einen Notruf tätigte, soll ihm der Beschuldigte mit der Axt in Tötungsabsicht unvermittelt auf den Kopf geschlagen haben. Der 39-Jährige erlitt dabei einen Bruch des Stirnbeins und wurde bewusstlos. Versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung Im Anschluss soll der Tatverdächtige versucht haben, einen 25-jährigen Syrer ebenfalls mit der Axt durch zwei Hiebe auf den Kopf zu töten. Die Schläge trafen den Ermittlern zufolge jedoch die 51-jährige Mutter des Mannes, da sie sich schützend vor ihren Sohn warf. Die Frau erlitt demnach eine Fraktur am Schädel. Der 15-jährige zweite Sohn der Frau habe versucht, den Angreifer abzuhalten, und sei von diesem durch Schläge, Tritte und Bisse verletzt worden. Letztlich habe sein Bruder, der 25 Jahre alte Syrer, den Angreifer überwältigen können, wobei auch weitere Passagiere halfen. Die Staatsanwaltschaft legt dem Tatverdächtigen versuchten Totschlag in zwei Fällen sowie gefährliche und fahrlässige Körperverletzung zur Last – jeweils im Zustand der Schuldunfähigkeit. Ein zunächst erlassener Untersuchungshaftbefehl gegen den Mann war bereits nach wenigen Tagen in einen Unterbringungsbefehl umgewandelt worden. Seitdem befindet sich der Beschuldigte in einem psychiatrischen Krankenhaus. Zur Sache habe er sich bislang nur fragmentarisch geäußert, teilte die Regensburger Staatsanwaltschaft mit. Die Tötungsabsicht habe er dabei jedoch bestritten. Da gegen den jungen Mann bislang kein Urteil gesprochen wurde, verweist die Ermittlungsbehörde auf die Unschuldsvermutung.