Zeit 28.01.2026
15:32 Uhr

Staatsanwaltschaft Frankfurt: BKA durchsucht Deutsche Bank wegen Geldwäsche-Verdachts


In Frankfurt am Main und Berlin sind Standorte der Deutschen Bank durchsucht worden. Es geht um den Verdacht der Geldwäsche.

Staatsanwaltschaft Frankfurt: BKA durchsucht Deutsche Bank wegen Geldwäsche-Verdachts
Wegen des Verdachts der Geldwäsche sind Büros der Deutschen Bank durchsucht worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt der ZEIT mit. Ein Durchsuchungsbeschluss des ‌Amtsgerichts Frankfurt sei an Standorten in Frankfurt ​und Berlin vollstreckt worden. Die Deutsche Bank habe in der Vergangenheit Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften unterhalten, die im Verdacht stünden, "zum Zwecke der Geldwäsche eingesetzt ​worden zu sein". Beschuldigt werden demnach unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter. Süddeutsche Zeitung (SZ) und Spiegel berichteten, die Durchsuchungen stünden in Zusammenhang mit dem unter EU-Sanktionen stehenden russischen Oligarchen Roman Abramowitsch. Der SZ zufolge soll die Deutsche Bank "eine oder mehrere Geldwäsche-Verdachtsmeldungen zu Firmen des Oligarchen verspätet an die Behörden abgegeben haben". Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte die Durchsuchungen, ohne weitere Details zu nennen. "Die Bank arbeitet vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft zusammen", sagte er. Die Frankfurter Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen Frankfurt am Main führt die Ermittlungen gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt (BKA) . Bei den Durchsuchungen sollen zusätzliche Beweise gesichert werden. In der Vergangenheit hatte es bereits Vorwürfe gegen die Deutsche Bank gegeben, beim Thema Geldwäsche nicht genau genug zu prüfen und Verdachtsanzeigen zu spät abzugeben. Ende April 2022 durchsuchten Ermittler von Staatsanwaltschaft, BKA und Bafin die Zentrale der Bank in Frankfurt. Die Finanzaufsicht Bafin schickte der Bank zeitweise einen Sonderbeauftragten ins Haus, der Fortschritte beim Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung überwachen sollte. Nach Bekanntwerden der Durchsuchungen gab der Aktienkurs der Bank zeitweise um rund drei Prozent nach.