Zeit 22.01.2026
13:01 Uhr

Staatsanwaltschaft Aachen: Weitere Morde durch früheren Pfleger befürchtet


Ein früherer Pfleger steht unter Verdacht, mehr als 100 Menschen im Krankenhaus getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft Aachen ordnete Exhumierungen an.

Staatsanwaltschaft Aachen: Weitere Morde durch früheren Pfleger befürchtet
Ein früherer Pfleger , der in Aachen bereits wegen zehnfachen Mordes verurteilt wurde, steht im Verdacht, etliche weitere Menschen getötet zu haben. "Die Verdachtsfälle in dem laufenden Verfahren liegen derzeit deutlich über 100", teilte die Aachener Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts mit. Es handele sich um einen Anfangsverdacht. Staatsanwaltschaft Aachen ordnete rund 60 Exhumierungen an, die Hälfte steht noch aus. Die Ergebnisse der Obduktionen liegen noch nicht vor. Der frühere Pfleger war bereits im November 2025 vom Aachener Landgericht wegen 10-fachen Mordes und 27-fachen Mordversuchs zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden . Dem Urteil zufolge hatte er Patienten auf einer Palliativstation in Würselen bei Aachen während seiner Nachtschichten eigenmächtig Injektionen verabreicht: überhöhte Mengen an Beruhigungsmitteln, teils in Kombination mit Schmerzmitteln und teilweise auch mehrfach. Sein Motiv sei gewesen, die pflegeaufwändigen Patienten ruhigzustellen und so möglichst wenig Arbeit zu haben. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe im Prozess zurückgewiesen. Er habe keine Medikamente mit dem Ziel verabreicht, Leben zu verkürzen, sagte er. Auch in Köln wird ermittelt Nach dem Urteil hatte die Aachener Staatsanwaltschaft bereits angekündigt, dass eine weitere Anklage wahrscheinlich sei. Das vorige Verfahren hatte sich auf Fälle zwischen Dezember 2023 bis Mai 2024 konzentriert, jetzt geht es um mögliche Fälle davor. Der frühere Pfleger hatte bereits seit 2020 an der Klinik in Würselen gearbeitet. Der Fall reicht inzwischen auch über Aachen hinaus: Auch in Köln wird ermittelt. Dort hatte der Mann bis 2020 gearbeitet. Die Kölner Staatsanwaltschaft bestätigte im Dezember Exhumierungen.