Zeit 02.10.2026
12:33 Uhr

Spitzenverbände: Hessens Kommunen warnen vor Finanzlücken im Rettungsdienst


Spitzenverbände: Hessens Kommunen warnen vor Finanzlücken im Rettungsdienst
Der Hessische Städtetag und der Hessische Landkreistag mahnen angesichts der geplanten Reform der Notfallversorgung eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung des Rettungsdienstes an. «Die vorgesehene Ausgabenbegrenzung und Reformmaßnahmen gefährden die Leistungsfähigkeit der notfallmedizinischen Versorgung, die Daseinsvorsorge und den Bevölkerungsschutz», sagten der Präsident des Hessischen Städtetages, Fuldas Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld, und der Präsident des Hessischen Landkreistages, Landrat Bernd Woide, laut Mitteilung. Zugleich warnten die kommunalen Spitzenverbände vor neuen finanziellen Lücken infolge der Gesundheitsreform und des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Die Kommunen sind die Träger des gesetzlichen Rettungsdienstes und für dessen Organisation und Sicherstellung vor Ort verantwortlich. Belastungen nehmen zu Der Rettungsdienst sei keine reduzierbare Leistung, betonten die Verbände. Bereits heute bestehe wirtschaftlicher, personeller und organisatorischer Druck. «Strukturelle Kostenzuwächse resultieren nicht aus mangelnder Effizienz, sondern aus realen Herausforderungen der Versorgung», erklärten sie. Unter anderem Fachkräftemangel, Tarifsteigerungen, höhere Sachkosten und steigende Einsatzzahlen führten zu wachsenden Belastungen. Städte und Landkreise legten zwar eine notwendige Vorhaltung fest, sodassPersonal, Fahrzeuge, Wachen und Infrastruktur gebunden werden. Gleichzeitigstiegen Tarife, Arbeitszeit, Energie, Mieten und Notarztkosten. «Wennder Steigerungsrahmen an der Grundlohnsumme orientiert wird, ist dieFolge eine Unterdeckung oder Kostenverlagerung auf die Städte sowieLandkreise.» «Unterfinanzierung gefährdet Versorgung» Eine Unterfinanzierung gefährde jede Versorgung, sagte Woide. «Ohnevollständige Refinanzierung drohen Personalverlust, Besetzungsprobleme,höhere Krankenstände, Investitionsstau und Lösungen auf Kostenseite.» Bundund Land seien «gemeinsam mit den Kostenträgern aufgefordert, verlässlicheFinanzierungsrahmen zu schaffen und gemeinsam eine robuste, zukunftsfähigeRettungsdienstlandschaft sicherzustellen», erklärte Wingenfeld. Der Verbände fordern unter anderem keine neuen Anforderungen ohne gesicherte Refinanzierung, belastbare Kostenfolgeabschätzungen und verlässliche Finanzierungszusagen sowie langfristige Planungssicherheit für Investitionen und Personalentwicklung. © dpa-infocom, dpa:261002-930-779618/1