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23.01.2026
04:59 Uhr
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Russlands Botschaft kritisiert die Ausweisung eines Diplomaten, der eine Spionin betreut haben soll. Es handele sich um eine "Provokation" und "Angstmacherei".

Nach der Ausweisung eines russischen Diplomaten hat Russlands Botschaft in Berlin Spionagevorwürfe aus Deutschland zurückgewiesen. Es handle sich dabei um eine "dumme, eilig zusammengestrickte Provokation", heißt es in einer Stellungnahme der Botschaft. Diese solle "vor dem Hintergrund der aktiv hochgedrehten Angstmacherei um Spione" die russische diplomatische Vertretung "diskreditieren". Das Auswärtige Amt hatte am Donnerstag den russischen Botschafter in Berlin einbestellt und ihm mitgeteilt, ein als Diplomat akkreditierter Mitarbeiter, der in Deutschland Spionage betrieben habe, sei mit sofortiger Wirkung zur Persona non grata erklärt worden . Laut Medienberichten handelt es sich um den stellvertretenden russischen Militärattaché. Wie Der Spiegel schreibt, war der Diplomat Führungsoffizier der mutmaßlichen Spionin , die am Mittwoch in Berlin festgenommen wurde . Die Deutsch-Ukrainerin sitzt in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr vor, den russischen Geheimdienst mit Informationen versorgt zu haben. Sie soll – seit spätestens November 2023 – mit einem Geheimdienstmitarbeiter in der russischen Botschaft in Kontakt gewesen sein und ihm Informationen mit Bezug zum Krieg in der Ukraine verschafft haben. So soll sie sich unter anderem zu Standorten der Rüstungsindustrie und geplanten Drohnenlieferungen an die Ukraine erkundigt haben. Ihr Netzwerk umfasste nach Informationen der ZEIT auch deutsche Verteidigungsexperten.