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19.01.2026
08:39 Uhr
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Bei dem Zusammenprall zweier Schnellzüge in Südspanien sind mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich in der Provinz Córdoba.

Beim Zusammenstoß von zwei Zügen im Süden Spaniens ist die Zahl der Toten auf mindestens 39 gestiegen. Dies teilte das spanische Innenministerium der Nachrichtenagentur AFP mit. Zwei Hochgeschwindigkeitszüge mit Hunderten Passagieren an Bord waren nahe der Gemeinde Adamuz in der Provinz Córdoba kollidiert, nachdem einer von beiden entgleist war. Laut dem spanischen Verkehrsminister Óscar Puente könnte die Zahl der Toten noch steigen, wie er auf der Plattform X schrieb. Die spanische Zeitung El País berichtet von 48 Menschen, die sich noch im Krankenhaus befinden, zwölf sollen davon auf der Intensivstation behandelt werden. Der entgleiste Hochgeschwindigkeitszug der Zuggesellschaft Iryo (gehört zur Trenitalia) war am Sonntagabend auf dem Weg von Málaga nach Madrid gegen 19.45 Uhr aus den Schienen gesprungen. Im selben Moment fuhr in der Gegenrichtung an der gleichen Stelle ein anderer Schnellzug der spanischen Zuggesellschaft Renfe vorbei. Nach Angaben von Verkehrsminister Puente entgleiste der hintere Teil des ersten Zuges und prallte gegen die vordere Spitze des zweiten, wodurch die ersten beiden Waggons des Zuges aus den Schienen geschleudert wurden und eine vier Meter tiefe Böschung hinunterstürzten. Medienberichten zufolge befanden sich in den Zügen insgesamt rund 500 Fahrgäste. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten gestalteten sich schwierig, da die Waggons stark beschädigt und ineinander verkeilt seien, sagte der Regierungschef der Region Andalusien, Juanma Moreno. Die Strecke bleibt noch mindestens den ganzen Montag gesperrt, dadurch fallen viele Verbindungen von Madrid in den Süden Spaniens aus. Viele Opfer in den Zügen eingeschlossen Unter den Toten ist den amtlichen Angaben zufolge einer der Lokführer. Zahlreiche Fahrgäste waren noch Stunden nach dem Unfall in den Zügen eingeschlossen. Feuerwehrleiter Paco Carmona sprach von einem sehr schwierigen Einsatz: "Es ist ein schwer zugängliches Gebiet. Das Ausmaß der Zerstörung ist groß." Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sicherte schnelle Hilfe zu. "Heute ist eine Nacht tiefen Schmerzes für unser Land", schrieb er auf der Plattform X. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz sprach sein Beileid aus und schrieb auf X, dass ihn das Unglück erschüttere . Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, kondolierte den Familien und Angehörigen der Opfer sowie dem spanischen Volk auf Spanisch. "In dieser Nacht seid ihr in meinen Gedanken", schrieb sie auf X. Unfall wirft Fragen auf Die Ursache des Unfalls blieb zunächst unklar. "Das ist schon ein extrem ungewöhnlicher Unfall", sagte Verkehrsminister Puente. "Eine gerade Strecke, ein ziemlich neuer Zug, ein erst jüngst mit einer Investition von 700 Millionen Euro renovierter Streckenteil." Man müsse nun das Ergebnis der Ermittlungen abwarten. Mehrere von Medien befragte Experten zeigten sich genauso erstaunt. Das Sicherheitssystem hätte einen solchen Unfall eigentlich verhindern müssen, ohne dass der Lokführer eingreift, meinte etwa Ingenieur Jorge Trigueros. Es ist das schwerste Zugunglück seit über zehn Jahren in Spanien. 2013 waren 80 Menschen im Nordwesten Spaniens gestorben , als ein Schnellzug mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in einer Kurve entgleiste. Der Lokführer und ein für die Strecke zuständiger Sicherheitschef waren später zu Haftstrafen verurteilt worden . Spanien verfügt über das größte Hochgeschwindigkeitsbahnnetz Europas. Spezielle Gleise mit einer Länge von insgesamt mehr als 3.000 Kilometern verbinden große Städte wie Madrid, Barcelona, Sevilla, Valencia und Málaga.