Zeit 22.01.2026
17:53 Uhr

Spanien: Zahl der Toten nach Zugunglück in Spanien steigt auf 45


Fünf Tage nach dem verheerenden Zugunglück in Córdoba haben Einsatzkräfte zwei weitere Leichen geborgen. Die Zugführergewerkschaft will für mehr Sicherheit streiken.

Spanien: Zahl der Toten nach Zugunglück in Spanien steigt auf 45
Die Zahl der Toten nach dem schweren Zugunglück im Süden von Spanien ist auf 45 gestiegen. Einsatzkräfte haben in den Trümmern eines Waggons an der Unfallstelle nahe der Ortschaft Adamuz in der Provinz Córdoba zwei weitere Leichen geborgen, wie die andalusische Regionalregierung mitteilte. Es handele sich um die Leichen zweier Männer. Nach Angaben der Behörden handelt es sich vermutlich um die beiden Personen, die seit dem Unglück am Sonntagabend als vermisst galten. Die Autopsie und die Identifizierung der beiden Leichen am Gerichtsmedizinischen Institut in Córdoba stehen noch aus. Die Suche in den Trümmern werde fortgesetzt, bis sicher sei, dass dort keine weiteren Toten mehr liegen. Bei dem Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge wurden auch Dutzende Menschen zum Teil schwer verletzt. Die Zahl der Verletzten wurde zuletzt offiziell mit 123 angegeben. 31 von ihnen befinden sich nach Angaben des andalusischen Notdienstes noch im Krankenhaus, sechs davon auf Intensivstationen. Keiner der Verletzten schwebe in Lebensgefahr. Ursache weiter unklar Ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug war am Sonntagabend nahe Adamuz entgleist und mit einem entgegenkommenden Alvia-Zug kollidiert. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht geklärt. Der Unfall ist das schwerste Zugunglück seit über zehn Jahren in Spanien. 2013 waren 80 Menschen im Nordwesten des Landes gestorben , als ein Schnellzug mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in einer Kurve entgleiste. Der Unfall am Sonntag war die erste Kollision zweier Züge im spanischen Hochgeschwindigkeitsnetz. Unterdessen kam es an diesem Donnerstag erneut zu einem Zugunglück : Ein Nahverkehrszug stieß in der Stadt Cartagena im Südosten des Landes mit einem Baukran zusammen, wie das spanische Bahnunternehmen Renfe mitteilte. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt, mindestens eine Person schwer. Damit ist bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Tage in Spanien ein Zug verunglückt: Am Dienstagabend war ein Zugführer in Katalonien gestorben, weil eine Stützmauer nahe Gelida westlich von Barcelona während eines Sturms auf die Gleise gestürzt war. Debatte über Sicherheit auf der Schiene Die Unfälle haben in Spanien eine Debatte über die Sicherheit auf der Schiene ausgelöst. Nach dem ersten Unglück wurden Medienberichten zufolge viele Buchungen storniert, mehrere Züge seien nur halb besetzt gewesen. Konkrete Zahlen dazu liegen nicht vor. Die spanische Zugführergewerkschaft hat inzwischen zum Streik aufgerufen. Zugführer im ganzen Land sollen ab dem 9. Februar für drei Tage ihre Arbeit niederlegen, um ihren Forderungen nach mehr Sicherheit Nachdruck zu verleihen.