Zeit 24.11.2025
08:43 Uhr

Sozialstaat: Deutschland liegt bei Sozialausgaben knapp vor europäischen Nachbarn


Für die soziale Absicherung gibt Deutschland einer Studie zufolge etwas mehr Geld aus als andere europäische Staaten. Dafür wird deutlich weniger in Bildung investiert.

Sozialstaat: Deutschland liegt bei Sozialausgaben knapp vor europäischen Nachbarn
Verglichen mit anderen Ländern in Europa nehmen Sozialausgaben in Deutschland den größten Anteil im Staatshaushalt ein. Die Abstände sind einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge aber teilweise sehr gering. Deutschland gibt 41 Prozent des Budgets für die soziale Sicherung aus , in den nordischen Ländern und Österreich sind es 40 Prozent, berichtet die Rheinische Post . Der EU-Durchschnitt liegt bei 39 Prozent. Knapp die Hälfte der Sozialausgaben in Deutschland entfällt demnach auf die Alterssicherung . Bei Ausgaben für das Gesundheitswesen (16 Prozent) liegt Deutschland zusammen mit den Benelux- und den nordischen Ländern an der Spitze. Schlusslicht ist Deutschland dagegen im Bildungsbereich mit zuletzt 9,3 Prozent der Gesamtausgaben. Österreich und die Schweiz liegen der Studie zufolge fast 50 Prozent darüber. Kosten für die Verwaltung in Deutschland sehr hoch Die Veröffentlichung der Studie fällt mitten in den Rentenstreit und Beginn der Haushaltswoche im Bundestag. Das IW empfiehlt der Bundespolitik, die Ausgaben für Soziales nicht noch weiter zu steigern. Das gelte auch für Ausgaben im Gesundheitswesen. Untersucht wurden in der Studie die Ausgaben Deutschlands insgesamt und in verschiedenen Bereichen für die Jahre 2001 bis 2023. Als westeuropäische Vergleichsregionen hat das Institut die Benelux-Länder, Österreich und die Schweiz sowie die nordischen Länder Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland und Island herangezogen, die mit Blick auf ihre wirtschaftliche Entwicklung und kulturelle Prägung Deutschland relativ ähnlich sind. Im Vergleich besonders hoch sind in Deutschland die Ausgaben für die öffentliche Verwaltung . Sie stiegen im Untersuchungszeitraum deutlich an, von 7,2 auf zuletzt 11 Prozent.