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08.10.2026
20:12 Uhr
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Der Bundestag dringt darauf, die Umsetzung der inzwischen auf Kassenkosten m\u00f6glichen Bluttests f\u00fcr Schwangere auf ein Down-Syndrom des Kindes genauer zu beobachten. Das Parlament nahm mit gro\u00dfer Mehrheit einen Antrag einer fraktions\u00fcbergreifenden Abgeordnetengruppe an, der die Bundesregierung zum Einf\u00fchren eines Monitorings auffordert, um mehr Daten zu bekommen. Eingesetzt werden soll ein Expertengremium, das rechtliche, ethische und gesundheitspolitische Grundlagen der Kassenzulassung pr\u00fcft. F\u00fcr den Antrag stimmten 529 Abgeordnete, es gab 18 Nein-Stimmen und 23 Enthaltungen. Dabei verst\u00e4ndigten sich die Initiatoren kurz vor der Debatte mit einer anderen Abgeordnetengruppe noch auf eine \u00c4nderung, die zun\u00e4chst angenommen wurde. Als Erg\u00e4nzung wurde damit eingef\u00fcgt, es werde dabei sichergestellt, dass Schwangeren der Zugang zum kassenfinanzierten Bluttest \u00abbei einer gerechtfertigten medizinischen Indikation nicht erschwert wird\u00bb. Tests auf Kassenkosten - unter Voraussetzungen Die Bluttests k\u00f6nnen seit 2022 unter bestimmten Voraussetzungen von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden, wie der zust\u00e4ndige Gemeinsame Bundesausschuss von \u00c4rzten, Kliniken und Kassen beschlossen hatte. Dabei wird Schwangeren Blut abgenommen und genetisch analysiert. Es ist risikoloser als schon l\u00e4nger \u00fcbliche Untersuchungen, bei denen Fruchtwasser durch die Bauchdecke der Frau entnommen wird. Zuvor waren Tests selbst zu bezahlen. Bei einem Down-Syndrom haben Menschen in jeder Zelle ein Chromosom mehr. Das Chromosom 21 ist dreifach vorhanden, daher auch die Bezeichnung Trisomie 21. Folgen sind k\u00f6rperliche Auff\u00e4lligkeiten und eine verlangsamte motorische, geistige und sprachliche Entwicklung. Auspr\u00e4gungen k\u00f6nnen aber sehr unterschiedlich sein. \u00abNicht im Blindflug agieren\u00bb Der CDU-Abgeordnete Michael Brand sagte in der Debatte: \u00abWir d\u00fcrfen bei einem so sensiblen Thema nicht weiter im Blindflug agieren.\u00bb Es gebe eine starke Zunahme der Tests und auch Druck auf Frauen, die Methode anwenden zu lassen. SPD-Fraktionsvize Dagmar Schmidt sagte, die Kassenzulassung d\u00fcrfe nicht als allgemeine Empfehlung verstanden werden. Als normaler, regelhafter Teil der Schwangerschaftsvorsorge gebe sie das Signal, dass Kinder mit Trisomie 21 nicht willkommen seien. \u00abDas darf nicht sein.\u00bb Die Gr\u00fcnen-Politikerin Paula Piechotta begr\u00fc\u00dfte, dass es auf den letzten Metern gelungen sei, zu einer Verst\u00e4ndigung auf den ge\u00e4nderten Antrag zu kommen. \u00abEs zeigt, dass wir uns auch bei schweren bioethischen Fragen am Ende einigen k\u00f6nnen.\u00bb Sie geh\u00f6rte zu der Gruppe, die zun\u00e4chst einen eigenen \u00c4nderungsantrag eingebracht hatte. Darin hie\u00df es, dass \u00abder aktuelle Umfang\u00bb der Kassenleistung erhalten bleiben solle. Die SPD-Abgeordnete Carmen Wegge betonte: \u00abEs soll doch bitte nicht vom Geldbeutel der Frau und ihrer Familie abh\u00e4ngen, ob sie einen invasiven Fruchtwasseruntersuchungstest machen muss oder eben den deutlich weniger gef\u00e4hrlichen Bluttest.\u00bb Die Initiative f\u00fcr einen genaueren Blick auf die Umsetzung der Bluttests war schon 2024 in der vergangenen Wahlperiode eingebracht worden. Wegen des Bruchs der Ampel-Koalition kam es dann aber nicht mehr zu einer Abstimmung. \u00a9 dpa-infocom, dpa:261008-930-811566/2