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24.02.2026
05:49 Uhr
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Nach der SPD fordert auch die CDU ein Social-Media-Verbot, die Grünen zeigen sich offen. Der Vize-Kommissionvorsitzende verweist auf andere Wege zum Jugendschutz.

Die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission zum Jugendschutz in der digitalen Welt hat zurückhaltend auf Forderungen aus CDU und SPD nach einer Altersbeschränkung für soziale Netzwerke reagiert. Das Gremium untersuche unter anderem, wie man Kinder und Jugendliche "unterstützt, kompetent mit sozialen Medien umzugehen", sagte der Co-Vorsitzende Olaf Köller dem Stern . "Dazu sagen meines Wissens weder die Akteure der CDU noch die der SPD etwas Qualifiziertes." Es gehe nicht alleine darum, "wie man Kinder und Jugendliche, beispielsweise durch ein Mindestalter, schützen kann", sagte Köller, der Psychologe am Leibniz-Institut ist. Eine weitere wichtige Frage sei zum Beispiel, "welche rechtlichen Möglichkeiten Deutschland bei einer Altersbeschränkung überhaupt im Gefüge der EU hat", sagte Köller. CDU, SPD und Grüne offen für Verbot Die CDU hat auf ihrem Parteitag in Stuttgart zuletzt ein Verbot von Onlinenetzwerken für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren gefordert. Die Partei von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will auf nationaler und europäischer Ebene gesetzliche Regelungen, die Plattformbetreiber wie TikTok zum Einrichten einer datenschutzkonformen Altersverifikation verpflichten. Merz hatte sagte zuvor, er habe "viel Sympathien" für einen entsprechenden Vorschlag aus der SPD . Die SPD-Bundestagsfraktion hatte nach Alter abgestufte Regelungen für die Nutzung von Online-Plattformen gefordert. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf forderte die Koalition auf, das Thema nun "zügig" anzugehen. Es freue ihn, dass die Union sich mit ihrem Parteitagsbeschluss stark auf die Vorschläge der SPD zubewegt habe. Auch die Grünen befürworten ein solches Verbot. Das vom CDU-Parteitag beschlossene Mindestalter von 14 Jahren sei richtig, sagte die Grünenvorsitzende Franziska Brantner. "Ich habe das schon lange gefordert." Zugleich kritisierte sie die skeptische Haltung der CSU in der Frage. EU prüft ebenfalls Altersbeschränkung Die Kommission werde die Arbeit trotz der Forderungen aus den Parteien fortsetzen, sagte Köller. "So, wie ich es verstanden habe, haben sich die politischen Akteure ja nicht festgelegt, es sind Beschlüsse beziehungsweise Papiere der Parteien und nicht der Bundestagsfraktionen", sagte er. Die Ergebnisse der von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) eingesetzten Expertenkommission soll konkrete Handlungsempfehlungen zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt im Sommer vorlegen. In zahlreichen Ländern weltweit wird aktuell über ein Verbot von sozialen Medien für Kinder debattiert, auch die Europäische Union prüft derzeit eine solche Maßnahme. Australien hatte Ende vergangenen Jahres als erstes Land der Welt ein solches Verbot eingeführt . Dort haben Jugendliche und Kinder unter 16 Jahren keinen Zugang zu eigenen Social-Media-Accounts mehr.