Zeit 23.02.2026
14:19 Uhr

Soziale Medien: Grüne stützen CDU bei Social-Media-Verbot für Kinder


Der Beschluss der CDU, Kindern soziale Medien zu verbieten, sei richtig, sagen die Grünen. Aus der CSU-Spitze kommen derweil unterschiedliche Meinungen zu einem Verbot.

Soziale Medien: Grüne stützen CDU bei Social-Media-Verbot für Kinder
Die Grünen befürworten ein von der CDU und der SPD angestrebtes Verbot von Social Media für Kinder. Das vom CDU-Parteitag beschlossene Mindestalter von 14 Jahren sei richtig, sagte die Grünenvorsitzende Franziska Brantner. "Ich habe das schon lange gefordert." Gleichzeitig kritisierte sie die skeptische Haltung der CSU in der Frage. Die CDU hatte auf ihrem Parteitag am Wochenende nach Angaben einer Sprecherin die Bundesregierung aufgefordert, "eine gesetzliche Altersgrenze von 14 Jahren für die Nutzung sozialer Netzwerke einzuführen". Auch das "besondere Schutzbedürfnis bis zum 16. Lebensjahr im digitalen Raum" solle mit Regeln ausgestaltet werden. Aus der SPD waren zuvor schon ähnliche Vorschläge zu hören . Allerdings sollen noch Empfehlungen einer Kommission abgewartet werden, die wohl im Sommer kommen. CSU noch ohne klare Positionierung Anders als die CDU hat die CSU nach Angaben aus dem Parteivorstand noch keine abschließende Haltung zur Frage eines Social-Media-Verbots für Kinder. Die Christsozialen seien "skeptisch, wenn es um Verbote geht", sagte Generalsekretär Martin Huber nach einer Vorstandssitzung. "Wir schauen uns jetzt einmal in Ruhe an, was hier an Vorschlägen genau kommt." Es müsse sichergestellt werden, "dass es keine Mogelpackung ist, dass es auch vernünftig umsetzbar ist", sagte Huber und verwies etwa auf EU-rechtliche Bedenken gegen derartige Verbote auf Ebene der einzelnen Mitgliedstaaten. Damit äußerte sich Huber deutlich zurückhaltender zu dem CDU- und SPD-Vorstoß, als es tags zuvor Alexander Hoffmann, Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, getan hatte. Dieser hatte sich am Sonntag eindeutig gegen ein Verbot ausgesprochen: "Diese Verbotsdebatte geht an der Wirklichkeit vorbei", sagte er der Augsburger Allgemeinen . Den richtigen Umgang mit Social Media erlernten Kinder und Jugendliche nicht durch Verbote, sondern durch die Stärkung der eigenen Medienkompetenz in Kombination mit einem besseren Schutz vor jugendgefährdenden Angeboten. CSU-Chef Markus Söder hatte sich bereits früher gegen ein entsprechendes Verbot ausgesprochen. Grünenvorsitzende Brantner verwies ihrerseits auf die Meinungsverschiedenheiten der CDU und der CSU in dieser Frage: "Merz hat die Chance zu beweisen, wer wirklich Chef ist, und es entsprechend auch umzusetzen", sagte Brantner. "Der Schutz unserer Kinder und Jugendlichen wäre es auf jeden Fall wert, hier einmal klare Kante auch gegen Söder zu zeigen." Australien verbietet soziale Medien für Kinder Ein Berliner Gericht hatte im Dezember entschieden, dass TikTok bestimmte Daten sehr junger Nutzerinnen und Nutzer aus Deutschland nicht ohne Einwilligung ihrer Eltern für Marketing oder Werbezwecke verarbeiten darf. Das Gericht folgte mit seiner Entscheidung teilweise der Argumentation der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), die gegen das Unternehmen geklagt hatte. Die Verbraucherschützer hatten argumentiert, die einfache Abfrage des Geburtsdatums bei der Registrierung sei kein geeigneter Weg, um festzustellen, ob jemand schon 16 Jahre alt ist oder nicht. Das Urteil ist bislang nicht rechtskräftig. In zahlreichen Ländern weltweit wird aktuell über ein Verbot von sozialen Medien für Kinder debattiert. Australien hatte Ende vergangenen Jahres als erstes Land der Welt ein solches Verbot eingeführt . Dort haben Jugendliche und Kinder unter 16 Jahren keinen Zugang zu eigenen Social-Media-Accounts mehr.