Zeit 03.02.2026
13:41 Uhr

Soziale Medien : Spanien plant Social-Media-Verbot für Jugendliche


Menschen unter 16 Jahren sollten keinen Zugang mehr zu sozialen Medien haben, fordert Spaniens Regierungschef Sánchez. Auch weitere EU-Staaten rief er zum Handeln auf.

Soziale Medien : Spanien plant Social-Media-Verbot für Jugendliche
Nach dem Vorbild Australiens will nun auch Spanien den Zugang zu sozialen Medien für Jugendliche unter 16 Jahren verbieten. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez begründete den Schritt mit dem Schutz von Minderjährigen: "Unsere Kinder sind einem Bereich ausgesetzt, zu dem sie niemals unbeaufsichtigt Zugang haben sollten." Das wolle seine Regierung nicht länger hinnehmen. Soziale Netzwerke sollen künftig verpflichtet werden, verbindliche Alterskontrollen einzuführen. Jugendliche müssten vor dem "digitalen Wilden Westen" geschützt werden, sagte er. Zugleich rief Sánchez andere europäische Staaten dazu auf, ähnliche Maßnahmen umzusetzen. Mehrere Länder erwägen ähnliche Pläne Australien hatte im Dezember als erstes Land ein entsprechendes Verbot für große Onlineplattformen eingeführt. Auch andere Staaten, darunter Frankreich und Großbritannien, denken inzwischen über Altersgrenzen nach. Befürworter sehen darin einen wichtigen Schritt zum Schutz der körperlichen und psychischen Gesundheit von Minderjährigen. Sánchez sagte, seine Regierung werde in der kommenden Woche ​einen ähnlich gelagerten Gesetzentwurf vorlegen. Dieser solle Führungskräfte von sozialen Medien für ‍illegale Inhalte und Hassreden zur Verantwortung ziehen. Strafbar sollen demnach auch die Manipulation durch Algorithmen und die Verstärkung illegaler Inhalte werden. Die Staatsanwaltschaft werde zudem prüfen, ob bei ⁠den Plattformen X, TikTok und Instagram Rechtsverstöße vorliegen. Die linke Koalitionsregierung von Sánchez beklagt seit Längerem die ⁠Verbreitung von Hassreden , pornografischen Inhalten und Falschinformationen in ⁠sozialen Netzwerken und deren negative Auswirkungen auf junge Menschen. "Unsere ‌Kinder sind einem Raum ausgesetzt, den ​sie nie allein hätten erkunden sollen. Das werden wir nicht länger hinnehmen", sagte ⁠Sánchez.