Zeit 05.12.2025
07:30 Uhr

Soziale Hilfe: Lebensmitteltafeln können Nachfrage trotz mehr Helfern nicht decken


Rund 77.000 Menschen arbeiten regelmäßig ehrenamtlich für die Tafeln. Das entspannt die Lage zwar etwas, dennoch können weiter nicht alle Bedürftigen versorgt werden.

Soziale Hilfe: Lebensmitteltafeln können Nachfrage trotz mehr Helfern nicht decken
Mehr Menschen arbeiten ehrenamtlich bei den verschiedenen Lebensmitteltafeln in Deutschland. "Die Zahl der Engagierten ist in diesem Jahr erfreulicherweise um etwa 2.000 auf rund 77.000 gestiegen", sagte der Vorsitzende von Tafel Deutschland , Andreas Steppuhn, der Neuen Osnabrücker Zeitung . Aber bei rund 1,5 Millionen Menschen, die deutschlandweit regelmäßig zur Tafel gehen, sei dies immer noch nicht genug. Rund ein Drittel der Tafeln suche weiter dringend Helferinnen und Helfer. Die Aufgaben hätten insgesamt zugenommen, zum Beispiel in der Logistik, sagte Steppuhn. Einige der Tafeln hätten ihre Öffnungszeiten verlängert, um Aufnahmestopps wieder aufzuheben, was aber nicht überall möglich sei. Großteil der Ehrenamtlichen ist über 63 Weiterhin gibt es bei jeder vierten Tafel Wartelisten oder temporäre Aufnahmestopps. Das ist zwar eine Entspannung im Vergleich zum Vorjahr , als noch ein Drittel aller Lebensmitteltafeln keine neuen Bedürftigen aufnehmen konnte. "Aber wir haben eine natürliche Grenze erreicht – viel mehr als heute ist bei den Tafeln nicht möglich", sagte Steppuhn. Viele Tafeln würden zudem tendenziell weniger Lebensmittel von Supermärkten und Discountern erhalten, was vor allem an der Digitalisierung und nachhaltigeren Wirtschaftskonzepten liege, fuhr der Tafel-Chef fort. Eine zusätzliche Herausforderung bestehe zudem im hohen Alter der Ehrenamtlichen. 70 Prozent von ihnen sind laut Steppuhn über 63 Jahre alt. Junge Helfende zu gewinnen, sei schwierig. Man brauche aber Menschen, "die auch bereit sind, Leitungsfunktionen zu übernehmen". Auch deshalb forderte Steppuhn von der Politik, ehrenamtliches Engagement attraktiver zu machen. Dies könne beispielsweise durch ein "Recht auf Ehrenamt" geschehen, mit welchem Menschen sich "auch im Arbeitsleben und in jeder Lebensphase" engagieren können. Auch Vergünstigungen im alltäglichen Leben über eine flächendeckende Ehrenamtskarte, zum Beispiel für den öffentlichen Nahverkehr oder Besuche von Museen, seien eine Möglichkeit, sagte Steppuhn.