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24.01.2026
15:12 Uhr
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Der Italiener Giovanni Franzoni hat die legendäre Abfahrt auf der Streif gewonnen, knapp vor Favorit Marco Odermatt. Auch ein Deutscher schaffte es unter die ersten zehn.

Der Italiener Giovanni Franzoni hat die Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel gewonnen. In einem Hundertstelkrimi setzte sich der 24 Jahre alte Skirennläufer vor dem Schweizer Superstar Marco Odermatt durch. Dritter beim prestigeträchtigen Weltcup in Tirol wurde der Franzose Maxence Muzaton. "Unglaublich. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll" sagte Franzoni nach dem Sieg. Er habe die "Energie" der 45.000 Zuschauer gefühlt. Nun, eine Woche nach seinem Sieg im Super-G von Wengen, "fahre ich mit großem Selbstbewusstsein zu Olympia ". Im Moment seines größten Erfolges habe er an seinen verstorbenen Skiweggefährten Matteo Franzoso gedacht. "Ich weiß, dass er stolz auf mich wäre." Damit durchbrach der Italiener, der das Rekord-Siegerpreisgeld von 101.000 Euro erhielt, auch die Schweizer Dominanz in der Abfahrt nach vier Siegen in den ersten vier Saisonrennen. Für Freude im deutschen Team sorgte Luis Vogt: Der 23-Jährige fuhr zu einem starken Platz acht, und das trotz der hohen Startnummer 40. Dies war das beste Weltcupergebnis in Vogts bisheriger Karriere. "Saugeil", sagte er. "Ich glaube, das hat man im Ziel gesehen. Ich freue mich richtig." Er habe versucht, "zu fighten bis ins Ziel", sagte Vogt. "Unten wäre sicherlich noch ein bisschen was besser zu machen gewesen. Aber ich muss mir noch Reserve lassen für nächstes Jahr", sagte der Garmischer. Odermatt zeigt sich enttäuscht Vogt lag lediglich 0,95 Sekunden hinter dem Sieger, 0,56 Sekunden fehlten ihm zu einem Platz auf dem Podest. Simon Jocher (+1,99 Sekunden) kam auf Rang 30. Routinier Romed Baumann (2,64 Sekunden zurück) schaffte es nur auf Rang 43. Odermatt, der noch nie die prestigeträchtige Abfahrt in Kitzbühel gewonnen hat, war nach seiner Fahrt sichtlich enttäuscht. "Heute gab es nur eins, das war der Sieg. Wenn man ihn dann um sieben Hundertstel verpasst, dann tut das schon weh." So knapp wie in diesem Jahr war der Rückstand allerdings noch nie. Ein kleiner Trost bleibt: Mit seinem 100. Podestplatz im Weltcup durchbricht Odermatt eine weitere Schallmauer. Spannend wird nun, ob dieser Erfolg noch Auswirkungen auf das deutsche Olympiateam hat: Vogt wurde eigentlich nicht für die Winterspiele nominiert, weil er in diesem Winter die deutsche Norm von einem Top-acht- oder zwei Top-15-Plätzen nicht erreicht hatte. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) holte aber unter anderem Anton Grammel ins Aufgebot, der nur einen Rang unter den besten 15 im Weltcup vorzuweisen hat.