Zeit 01.12.2025
06:34 Uhr

Sipri-Bericht: Weltweite Rüstungsverkäufe so hoch wie nie


Die größten Rüstungsunternehmen der Erde haben im Jahr 2024 einen Rekordumsatz erzielt. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei deutschen Herstellern aus.

Sipri-Bericht: Weltweite Rüstungsverkäufe so hoch wie nie
Die weltweite Rüstungsindustrie hat im Jahr 2024 einen Umsatzhöchstwert erreicht. Wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in einem aktuellen Bericht mitteilte , steigerten die 100 größten Waffenhersteller der Welt ihren Gesamterlös aus Rüstungsgütern und militärischen Dienstleistungen im Vergleich zum Vorjahr um 5,9 Prozent auf rund 679 Milliarden US-Dollar. Es ist der höchste je verzeichnete Wert. Als Haupttreiber des Wachstums nennt Sipri die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen , steigende geopolitische Spannungen sowie zunehmende Militärausgaben weltweit. Viele Unternehmen hätten daher ihre Produktionskapazitäten erweitert, Werke ausgebaut, neue Tochterfirmen gegründet oder andere Firmen übernommen. Deutsche Hersteller mit starkem Wachstum In Europa stiegen die Rüstungsumsätze infolge der sicherheitspolitischen Lage um 13 Prozent auf insgesamt 151 Milliarden Dollar. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei deutschen Unternehmen aus: Die vier heimischen Konzerne auf der Sipri-Liste – Rheinmetall (Platz 20), Thyssenkrupp (61), Hensoldt (62) und Diehl (67) – steigerten ihren kombinierten Umsatz um 36 Prozent auf 14,9 Milliarden Dollar. Grund für die Zunahme ist laut den Forscherinnen und Forschern die gestiegene Nachfrage aufgrund der wahrgenommenen Bedrohung durch Russland. Auch die drei im Top-100-Ranking vertretenen größten israelischen Rüstungsunternehmen steigerten laut Sipri ihre Umsätze deutlich. Die internationale Kritik am militärischen Vorgehen im Gazastreifen habe "kaum Auswirkungen auf das Interesse an israelischen Waffen" gehabt. US-Konzerne dominieren weiterhin An der Spitze stehen weiterhin die USA, wo 39 der 100 analysierten Rüstungsunternehmen ansässig sind. Diese erzielten zusammen 334 Milliarden Dollar Umsatz, fast die Hälfte des weltweiten Gesamtvolumens. Ihr Zuwachs lag bei 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotz internationaler Sanktionen konnten auch die beiden russischen Rüstungsunternehmen im Ranking, Rostec und United Shipbuilding Corporation, ihre Umsätze steigern. Zusammengenommen kamen sie 2024 auf Einnahmen von 31,2 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nach Angaben der Friedensforscher konnten die Unternehmen die sinkenden Exporte durch eine höhere Nachfrage im Inland mehr als ausgleichen. Für Asien und Ozeanien verzeichnete Sipri einen Rückgang um 1,2 Prozent, den das Institut "fast ausschließlich" auf einen zehnprozentigen Umsatzrückgang der acht größten chinesischen Hersteller zurückführt.