Zeit 28.12.2025
11:11 Uhr

Silvesterfeuerwerk: Polizei warnt vor Übermut beim Böllern


Ab Montag kann Pyrotechnik für Silvester im Handel gekauft werden. Die Polizei-Gewerkschaft fordert mehr Böllerverbote und Schutzzonen in Städten.

Silvesterfeuerwerk: Polizei warnt vor Übermut beim Böllern
Vor dem offiziellen Verkaufsstart für Silvesterraketen und -böller warnt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor den Gefahren des Feuerwerks. "Zunehmend sind Menschen übermütig und verwenden legale Gegenstände wie Böller oder Raketen unsachgemäß", sagte der GdP-Vorsitzende Jochen Kopelke. Ab Montagmorgen darf Pyrotechnik für Silvester verkauft werden, auch Onlineshops dürfen an den letzten drei Werktagen des Jahres vorab bestellte Böllerware an die Haustüren liefern lassen. Die GdP forderte mehr Böllerverbote und Schutzzonen in Städten. Eine solche Regelung werde dazu führen, dass Silvester sicherer werde und es weniger Angriffe gebe, sagte Kopelke. Die Innenminister von Bund und Ländern konnten sich zuletzt aber nicht auf ein Verbot von privatem Feuerwerk einigen. Schwere Vorfälle mit sogenannten Kugelbomben zum Jahreswechsel 2024/25 hatten die Diskussion über ein Böllerverbot in Deutschland neu angestoßen. Wegen ihrer hohen Explosionskraft sind Kugelbomben hierzulande nicht für den Allgemeingebrauch zugelassen. Rund um Silvester starben fünf Männer bei Böller-Unfällen, hunderte Menschen wurden verletzt . Zudem gab es Angriffe auf Einsatzkräfte. Illegale Pyrotechnik beschlagnahmt Polizei und Zoll hatten in den vergangenen Wochen immer wieder illegale Pyrotechnik beschlagnahmt. So hatte zum Beispiel die Berliner Polizei Mitte Dezember mitgeteilt, große Mengen an illegalen Böllern, Raketen, Kugelbomben und anderen Feuerwerkskörpern aus dem Verkehr gezogen zu haben. Auf der A12 bei Frankfurt (Oder) waren in einem Kleintransporter 500 Kilogramm Pyrotechnik sichergestellt worden. Der Zoll warnt immer wieder, dass manche Produkte, die in benachbarten Ländern oder online angeboten werden, nicht den deutschen Sicherheitsstandards entsprechen würden. Bei Kontrollen an der Grenze zu den östlichen EU-Ländern war ebenfalls Pyrotechnik sichergestellt worden. In Hinblick auf die bereits aufgestockte Zahl an Bundespolizisten an der Grenze sagte der GdP-Chef, dass die Kontrollen zwar auf einem Höchststand seien, der Online-Handel aber zunehme. Er müsse vom Zoll unterbunden werden. Streit um Böllerverbot an Silvester Auch Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, forderte ein Verbot von Feuerwerk für Privatleute . Er verwies auf schwere Verletzungen, volle Notaufnahmen und den Schaden für das Klima. Die Innenminister von Bund und Ländern müssten "endlich handeln und die Bevölkerung vor den Gefahren der Knallerei schützen", sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Der Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk (bvpk) wies die Forderungen zurück und verlangte von der Politik, strikter gegen illegal erworbenes Feuerwerk vorzugehen. Legal erhältliches Silvesterfeuerwerk sei "streng geprüft und in Größe und Wirkung stark limitiert", sagte Bundesgeschäftsführer Christoph Kröpl. Zuletzt hatten in einer von der GdP initiierten Petition mit dem Namen "Bundesweites Böllerverbot, jetzt!" 2,26 Millionen Menschen ein landesweites Böllerverbot für Privatpersonen gefordert . Rekordumsätze bei Feuerwerksverkauf 2024 Nach Angaben des Verbandes der pyrotechnischen Industrie (VPI) verzeichnete die Branche zum Jahreswechsel 2024/25 mit rund 197 Millionen Euro einen Rekordumsatz. In diesem Jahr könnte er nochmals überschritten werden.