|
03.02.2026
15:39 Uhr
|
Das Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer hat einem Gläubiger der Signa-Gruppe viel Geld zugesprochen. Der Staatsfonds der VAE bekommt 700 Millionen Euro.

Im Fall der Signa-Pleite hat das Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer (ICC) dem Staatsfonds Mubadala aus den Vereinigten Arabischen Emiraten rund 700 Millionen Euro zugesprochen. Das teilte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform mit. Der Schiedsspruch richtet sich demnach gegen Signa-Gründer René Benko persönlich, dessen Stiftungen sowie Teile der Signa-Gruppe. Hintergrund ist ein Streit um Finanzierungsvereinbarungen, die laut dem Staatsfonds Mubadala durch die Signa-Gruppe verletzt wurden. Da die Forderungen des Fonds in den österreichischen Insolvenzverfahren größtenteils nicht anerkannt worden waren, zog Mubadala vor das Schiedsgericht. Die Geschäftsbeziehung zwischen Benko und Mubadala geht auf eine Reise Benkos mit dem damaligen österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz in die Vereinigten Arabischen Emirate im Jahr 2018 zurück. Nach Angaben des Insolvenzleiters des Kreditschutzverbands 1870, Karl-Heinz Götze, sind von dem Urteil die Signa Holding, die Familie Benko Privatstiftung sowie die Laura Privatstiftung betroffen. In Letzterer wird erhebliches Vermögen vermutet. Folgen des Urteils noch nicht absehbar Nicht betroffen sind demnach dagegen die auf Immobilien spezialisierte insolvente Signa Prime sowie die ebenfalls insolvente Signa Development. Die Insolvenzverwalter beider Immobilientöchter zeigten sich erleichtert. Die Ansprüche gegen die Development seien komplett zurückgewiesen worden, das Schiedsgericht habe sich für unzuständig erklärt. Dies sei für die Gläubiger sehr erfreulich, da sich die angemeldeten Forderungen um rund 250 Millionen Euro reduzierten. Auch Prime sei keinem Zahlungsanspruch ausgesetzt . Die Folgen des Urteils sind noch offen. Vonseiten der Creditreform hieß es, es werde entscheidend sein, wie die Insolvenzverwalter mit der neuen Lage umgingen. "Es ist davon auszugehen, dass der Schiedsspruch einzelne Verfahren maßgeblich beeinflussen wird", hieß es. Der österreichische Investor René Benko hatte mit seinem Immobilien- und Handelsimperium Signa ein Milliarden-Vermögen aufgebaut. Später jedoch ging Signa insolvent , maßgeblich wegen risikoreicher Zukäufe wie den Warenhauskonzernen Karstadt und Kaufhof . Gegen Benko ermittelt die Justiz, er sitzt seit einem Jahr in Untersuchungshaft . In zwei Strafprozessen wurde er wegen Gläubigerschädigung schuldig gesprochen, die Urteile sind noch nicht rechtskräftig .