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11.12.2025
15:28 Uhr
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Das Verteidigungsministerium will wohl alle Zivilisten der Bundeswehr mit schusssicheren Westen und Gefechtshelmen schützen. Sie sollen im Ernstfall einsatzfähig bleiben.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) plant anscheinend, auch das zivile Personal der Bundeswehr mit robuster Schutzausrüstung auszustatten. Wie der Spiegel unter Berufung auf eine Vorlage für den Haushaltsausschuss des Bundestags berichtete , sollen alle 80.000 Zivilangestellten und Beamten der Bundeswehr und des Verteidigungsministeriums mit schusssicheren Westen und Gefechtshelmen versorgt werden. Damit solle die "Einsatzfähigkeit im Ernstfall" erhöht werden. Dieser Schritt, dessen Kosten noch unklar sind, sei "im Sinne einer konsequenten Ausrichtung der Bundeswehr auf die Erfordernisse der Landes- und Bündnisverteidigung" notwendig, heißt es weiter. Bisher waren nur kleine Teile der Belegschaft entsprechend ausgerüstet – zu ihr gehören neben den Beamten im Ministerium etwa die Beschäftigten im Beschaffungsamt sowie Techniker. 21 Milliarden Euro extra Die Helme und Schutzwesten gehören zu einem Ausrüstungspaket im Zuge der geplanten Personalaufstockung der Bundeswehr. Laut Spiegel beantragte das Ministerium zusätzliche 21 Milliarden Euro, um die neuen Bundeswehrsoldaten, Wehrdienstleistenden und Reservisten einzukleiden. Der Bundesrechnungshof kritisierte die Pläne des Wehrressorts laut Spiegel . Hauptkritikpunkt sei, dass es bisher keine genauen Pläne für den Aufwuchs der Bundeswehr gebe, trotzdem wolle das Haus von Minister Pistorius für viele Milliarden Euro komplette Ausrüstungssets für 460.000 Soldaten und Soldatinnen anschaffen. Das Vorgehen des Ministeriums berge "das Risiko, dass es Bekleidung über den notwendigen Bedarf hinaus kauft", schreiben die Prüfer in ihrem Bericht. Neues Gesetz zur Wehrpflicht Erst kürzlich hatte der Bundestag die Pläne für einen neuen Wehrdienst beschlossen , kommenden Freitag soll der Bundesrat darüber abstimmen. Die Pläne sehen vor, dass sich 18-jährige Männer ab dem Jahrgang 2008 ab kommendem Jahr in einem Fragebogen zum Interesse am Wehrdienst äußern müssen und verpflichtend an einer Musterung teilnehmen. Der Dienst an der Waffe bleibt aber vorerst weiter freiwillig. Für Frauen bleibt auch das Ausfüllen des Fragebogens und die Musterung freiwillig. Hintergrund der Wehrdienst-Reform sind neue Vorgaben der Nato. Demnach muss Deutschland bis 2035 im Krisen- und Kriegsfall rund 460.000 Soldatinnen und Soldaten bereitstellen können. Pistorius plant dafür die Aufstockung der Bundeswehr von aktuell gut 184.000 auf rund 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten. Die Zahl der einsatzbereiten Reservistinnen und Reservisten soll zudem auf 200.000 mehr als verdoppelt werden.