Zeit 05.02.2026
15:41 Uhr

Sicherheitspolitik: USA und Russland nehmen Militärdialog wieder auf


Erstmals seit 2021 sollen Spitzenmilitärs aus Russland und den USA wieder regulär miteinander sprechen. Das wurde am Rande der Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi vereinbart.

Sicherheitspolitik: USA und Russland nehmen Militärdialog wieder auf
Russland und die USA wollen nach einer fünfjährigen Pause die Kontakte ihrer Spitzenmilitärs untereinander wiederaufnehmen. Das teilte das Kommando der US-Streitkräfte in Europa (Eucom) nach Gesprächen Russlands und der USA in Abu Dhabi mit. Dort waren russische, US-amerikanische und ukrainische Delegationen für Verhandlungen über ein Ende des Krieges gegen die Ukraine zusammengekommen. Die USA sehen die Wiederaufnahme der Gespräche zwischen den Streitkräften der beiden Länder als "wichtigen Faktor für globale Stabilität und Frieden", teilte Eucom mit. Man hoffe auf "die Möglichkeit für mehr Transparenz und Deeskalation". Die Einigung darauf sei nach Treffen des Nato-Oberbefehlshabers in Europa und zugleich Kommandeurs der in Europa stationierten US-Truppen, Alexus Grynkewich, mit hochrangigen russischen und ukrainischen Militärs zustande gekommen. Seit 2021 gab es nur sporadische Kontakte "Dieser Kanal wird einen kontinuierlichen Kontakt zwischen den Streitkräften gewährleisten, während die Parteien weiter auf einen dauerhaften Frieden hinarbeiten", teilte Eucom weiter mit. General Grynkewich habe zudem als Nato-Oberbefehlshaber in Europa die Befugnis, den militärischen Dialog mit Russlands Generalstabschef Waleri Gerassimow aufrechtzuerhalten, "um Fehleinschätzungen zu vermeiden und ein Mittel zur Vermeidung einer unbeabsichtigten Eskalation auf beiden Seiten bereitzustellen". Ein dauerhafter Dialog US-amerikanischer und russischer Militärs wurde im Herbst 2021, kurz vor Russlands Invasion der Ukraine, eingestellt. Seitdem gab es nur sporadische Gespräche zwischen den Verteidigungsministern, Generalstabs- und Geheimdienstchefs Russlands und der USA. Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump vor einem Jahr haben die Kontakte zwischen Russland und den USA deutlich zugenommen. Im vergangenen August empfing Trump in Alaska Russlands Staatschef Wladimir Putin. Bei der Vermittlung zwischen Russland und der Ukraine hat die Trump-Regierung zahlreiche Forderungen Russlands übernommen. New-Start-Vertrag abgelaufen – offenbar Gespräche über informelle Verlängerung Die Ankündigung zur Wiederaufnahme des US-russischen Militärdialogs erfolgt vor dem Hintergrund des am heutigen Donnerstag auslaufenden New-Start-Vertrags zur Begrenzung der atomaren Arsenale der beiden Staaten. Es ist das erste Mal seit mehr als 50 Jahren , dass es keinen aktiven nuklearen Abrüstungsvertrag zwischen Russland und den USA gibt. Die USA waren zuvor auf ein Angebot Russlands, das Abkommen informell um ein Jahr zu verlängern, nicht eingegangen. Die US-Regierung fordert angesichts der rasanten atomaren Aufrüstung Chinas, auch die Volksrepublik in derartige Vereinbarungen zu beziehen. Russland kündigte an, seinen weiteren Kurs im Umgang mit seinem Atomarsenal an den weiteren Schritten der USA auszurichten. Das US-Portal Axios berichtet , dass Vertreter Russlands und der USA derzeit über einen Weg verhandeln, die im New-Start-Vertrag festgelegten Obergrenzen für den Umfang ihrer Atomstreitkräfte aufrechtzuerhalten. Demnach soll es einen Entwurf für eine solche Vereinbarung geben, der jedoch noch nicht von den Staatschefs der beiden Länder abgesegnet wurde. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.