Zeit 25.01.2026
23:23 Uhr

Sicherheitspolitik: Boris Pistorius rechnet mit kriegstüchtiger Bundeswehr bis 2029


Der Verteidigungsminister sieht die Aufstockung der Truppen auf einem "exzellenten Weg". In der ARD bezeichnet er US-Präsident Trump als uneinsichtig und respektlos.

Sicherheitspolitik: Boris Pistorius rechnet mit kriegstüchtiger Bundeswehr bis 2029
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hält eine Rückkehr zur engen sicherheitspolitischen Allianz zwischen Europa und den USA für vorerst ausgeschlossen. Generell müsse sich ⁠Europa darauf einstellen, sich nicht mehr ⁠wie in den vergangenen 70 Jahren auf die USA ‌verlassen zu können, sagte Pistorius am Sonntag in der ARD-Sendung Caren Miosga . Er sieht die Bundeswehr allerdings auf einem "exzellenten Weg", bis 2029 kriegstüchtig zu sein. Deutliche Kritik übte Pistorius an US-Präsident Donald Trump nach dessen Äußerung, Truppen der Nato-Länder seien in Afghanistan hinter den US-Soldaten "etwas abseits der Frontlinien" zurückgeblieben . Diese Behauptung sei "schlicht nicht wahr", sagte Pistorius. Alle hätten beim Afghanistan-Einsatz mit den USA gekämpft. "So über die Gefallenen der ⁠Verbündeten zu reden, ist einfach unanständig und respektlos. Alle standen da, standen an der Seite der USA", sagte Pistorius. Er legte Trump eine Entschuldigung nahe, deutete aber an, dass er damit nicht wirklich rechne. "Das wäre ein Zeichen von Anstand, von Respekt und auch von ‍Einsicht", sagte er. Aber: "Wir wissen alle, wie der amerikanische Präsident funktioniert." "In der Nato wussten alle Bescheid" In Afghanistan waren 59 Bundeswehr-Soldaten ums Leben gekommen. ​Trump hatte im Sender Fox News erneut behauptet, dass die USA die Nato nie gebraucht hätten. Mehrere andere Nato-Staaten hätten zwar nach dem 11. September 2001 Truppen nach Afghanistan geschickt, diese seien jedoch "ein wenig" zurück geblieben. Pistorius kündigte an, das Thema bei nächster Gelegenheit mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth anzusprechen. Mit Blick auf den Streit um eine ⁠Nato-Erkundungsmission in Grönland und kurzzeitig angedrohte US-Strafzölle sprach der SPD-Politiker von einem Missverständnis in Washington. "Wir haben immer unterstrichen, dass es uns um die Sicherheit der Arktis und Grönlands geht, um nichts anderes." Dies habe Deutschland auch in die Nato hinein kommuniziert. "In der Nato wussten alle Bescheid. Das war abgestimmt unter den Nato-Partnern", sagte Pistorius. Dass die Strafzölle, die Androhungen derselben, dann vom amerikanischen Präsidenten zurückgenommen worden seien, zeige, dass es offenbar ein Missverständnis in Washington gegeben habe. Um die neuen Nato-Ziele zu erfüllen, muss die Bundeswehr kräftig wachsen. So soll die aktive Truppe bis 2035 auf 260.000 Männer und Frauen vergrößert werden. Zudem soll es 200.000 Soldaten in der Reserve geben. Pistorius hatte vergangene Woche das beste Einstellungsergebnis in der Bundeswehr seit Aussetzung der Wehrpflicht bekanntgegeben. In der Bundeswehr dienen derzeit 184.200 Soldatinnen und Soldaten in der aktiven Truppe.