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13.02.2026
13:35 Uhr
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Die Bahn überarbeitet ihr Sicherheitskonzept, um ihre Mitarbeiter besser vor Angriffen zu schützen. Diese werden unter anderem mit mehr Bodycams ausgestattet.

Elf Tage nach dem tödlichen Angriff auf einen Mitarbeiter der Deutschen Bahn in einem Regionalzug haben sich Spitzenvertreter von Bund, Ländern, Arbeitnehmervertretern und der Verkehrsbranche auf Handlungsfelder für einen gemeinsamen "Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene" verständigt. Zu dem Sicherheitsgipfel hatte die DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla eingeladen. Die Bahn will kurzfristig folgende Maßnahmen umsetzen: Alle Mitarbeitenden mit Kundenkontakt im Nahverkehr, Fernverkehr und an Bahnhöfen erhalten Bodycams. 200 zusätzliche Kräfte werden auf Bahnhöfen eingesetzt. Die Schutzausrüstung von Bahnmitarbeitenden wird verbessert, es wird Verhaltens- und Deeskalationstrainings geben. "Wir stärken unsere Mitarbeitenden durch bessere Ausstattung, zusätzliche Unterstützung und gezielte Präventionsangebote. Dabei gilt für uns der Grundsatz: Prävention statt Reaktion", sagte Pallas nach dem Treffen. Nahverkehrszüge sollen mit mehr Personal fahren Die Deutsche Bahn will in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei regionale Sicherheitswerkstätten durchführen. Außerdem solle es im Ermessen des Kontrollpersonals liegen, ob ein Fahrgast bei der Ticketkontrolle einen Ausweis vorzeigen muss. Das gilt auch für die Kontrolle des Deutschlandtickets, das fälschungssicherer gemacht werden soll. Nahverkehrszüge sollen mehr Personal bekommen. Kunden und Bahnmitarbeiter müssten in den Zügen und am Bahnhof ein besseres Sicherheitsgefühl haben, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. Man wolle auch eine bessere Videoüberwachung an Bahnhöfen installieren. Grund für den Bahngipfel war ein Zwischenfall Anfang Februar. Der Zugbegleiter Serkan C. wurde auf der Strecke zwischen Kaiserslautern und Saarbrücken von einem Fahrgast ohne Ticket schwer verletzt und starb kurz danach. Der Zugbegleiter hatte im Regionalverkehr Fahrkarten kontrolliert. Der Fall hatte bundesweit Bestürzung ausgelöst.