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20.12.2025
11:27 Uhr
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Das US-Justizministerium veröffentlicht die Epstein-Akten nur teilweise. Demokrat Chuck Schumer spricht von Vertuschung, um Trumps "hässliche Vergangenheit" zu schützen.

Die Initiatoren des Gesetzes zur Veröffentlichung der Ermittlungsakten im Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein haben dem US-Justizministerium vorgeworfen, Informationen zurückzuhalten. Das Ministerium gab am Freitag lediglich einen Teil der Dokumente frei, viele davon stark geschwärzt . Eigentlich hatte der Kongress die Regierung von US-Präsident Donald Trump per Transparenzgesetz mit Stichtag Freitag zur Freigabe nahezu aller Akten im Fall Epstein verpflichtet – mit den Stimmen von Demokraten und Republikanern. Die oppositionellen Demokraten sehen darin einen "Gesetzesbruch" und eine "Vertuschung" der Trump-Regierung. Sie prüfen juristische Schritte. Der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, teilte auf X mit, das Justizministerium habe "nur einen Bruchteil der gesamten Beweismittel" veröffentlicht. Man werde alle Möglichkeiten ausschöpfen, um sicherzustellen, dass die Wahrheit ans Licht komme. Das Ganze sei "nichts weiter als eine Vertuschung, um Donald Trump vor seiner hässlichen Vergangenheit zu schützen", schrieb er. Trump selbst bestreitet enge Beziehungen zu Epstein, bislang veröffentlichte Fotos und Dokumente legen jedoch das Gegenteil nahe. Der Präsident hatte sich monatelang gegen die Freigabe der Akten gesperrt und die Epstein-Affäre als "Schwindel" bezeichnet. Kritik kommt auch von Republikanern Auch der demokratische Kongressabgeordnete Robert Garcia warf US-Präsident Donald Trump und Justizministerin Pam Bondi Vertuschung vor. Auf X wies der demokratische Kongressabgeordnete Ro Khanna darauf hin, dass ein 119-seitiges Dokument mit Zeugenaussagen ohne Angabe von Gründen vollständig geschwärzt worden sei. Man werde gemeinsam mit den Epstein-Opfern daran arbeiten, die vollständige Freigabe der Ermittlungsakten zu erreichen. Unterstützung erhielt Khanna vom Republikaner Thomas Massie, der die Gesetzesinitiative gemeinsam mit dem Demokraten angestoßen hatte. Gegenwind bekam Trump auch von weiteren Abgeordneten aus den Reihen seiner eigenen Partei, die im Kongress fast einstimmig für die Freigabe der Akten gestimmt hatte. Wichtige republikanische Abgeordnete wie Thomas Massie und Marjorie Taylor Greene zeigten sich enttäuscht über das Vorgehen der eigenen Regierung. "Meine Güte, was steht in den Epstein-Akten?", schrieb Taylor Greene auf X. "Gebt alle Akten frei, das ist buchstäblich das Gesetz." Missbrauchsopfer fordert ebenfalls Freigabe der Akten Auch die mutmaßlichen Oper Epsteins fordern die Freigabe der Akten: "Am Anfang haben sie uns als Schwindler bezeichnet", sagte Marina Lacerda, die nach ihrem Missbrauch an die Öffentlichkeit ging. "Jetzt sagen sie: 'Wir glauben Ihnen, wir werden die Akten freigeben', aber sie haben die Akten immer noch nicht freigegeben, und es ist nicht einmal vollständig transparent." Lacerda sagte, sie sei skeptisch gegenüber den Transparenzversprechen der Regierung. "Veröffentlicht einfach die Akten", sagte Lacerda. "Und hört auf, Namen zu schwärzen, die nicht geschwärzt werden müssen." In Trumps Maga-Lager gibt es bereits seit Jahren laute Forderungen nach einer vollständigen Veröffentlichung der Akten. Immer wieder wird über eine Liste mit einflussreichen "Kunden" Epsteins spekuliert. Trumps Justizministerin Pam Bondi hatte zunächst die Freigabe einer solchen Liste in Aussicht gestellt, ihre Existenz im Sommer dann jedoch überraschend bestritten. Eigentlich sollte alles veröffentlicht werden Daraufhin verabschiedete der Kongress im Herbst mit überwältigender Mehrheit ein Transparenzgesetz. Von der Veröffentlichung ausgenommen sind lediglich Dokumente zu laufenden Ermittlungen oder Unterlagen, die die nationale Sicherheit beeinträchtigen könnten. Zu dem am Freitag veröffentlichten ersten Satz von Hunderttausenden Dokumenten gehört ein Adressbuch, in dem Trump sowie zahlreiche weitere Prominente aufgeführt sind. Fast alle Angaben darin sind geschwärzt; wem das Buch gehörte, ist unklar. Auch viele weitere Unterlagen wurden unkenntlich gemacht: So wurde eine Liste mit 254 "Masseurinnen" nach Angaben des Justizministeriums zum "Schutz der Opfer" geschwärzt. Die 119 Seiten eines Gerichtsdokuments wurden ebenfalls vollständig geschwärzt – ohne Angabe von Gründen. Justizministerium rechtfertigt Verzögerung Vize-Justizminister Todd Blanche sagte gegenüber dem Sender Fox News, dass Hunderttausende weitere Akten erst in den kommenden Wochen veröffentlicht werden . Den Fristverstoß begründete er mit hohen Auflagen zum Schutz der Epstein-Opfer. Das Justizministerium prüfe jedes einzelne Dokument und stelle "sicher, dass jede betroffene Person – ihr Name, ihre Identität, ihre Geschichte – soweit nötig vollständig geschützt wird", sagte er. Jeffrey Epstein soll über viele Jahre einen Missbrauchsring geleitet haben, in dem er zahlreiche Mädchen und junge Frauen missbrauchte und sie an prominente Personen weitergab. Er starb im Alter von 66 Jahren in seiner Gefängniszelle; im Obduktionsbericht wurde Suizid als Todesursache genannt. Der Finanzier pflegte enge Kontakte in die gehobene Gesellschaftsschicht, was viele Spekulationen über das Ausmaß des Skandals auslöste.