Zeit 01.12.2025
04:51 Uhr

Schüsse auf Nationalgardisten: Tatverdächtiger soll sich erst in den USA radikalisiert haben


Der mutmaßliche Angreifer von Washington war laut einem Bericht seit Jahren psychisch labil. Die US-Regierung will an ihrem Asylstopp auf lange Zeit festhalten.

Schüsse auf Nationalgardisten: Tatverdächtiger soll sich erst in den USA radikalisiert haben
Nach dem Schusswaffenangriff auf zwei US-Nationalgardisten in Washington, D. C. sehen die US-Behörden Anhaltspunkte dafür, dass sich der aus Afghanistan stammende Tatverdächtige erst nach seiner Einreise in die Vereinigten Staaten radikalisiert hat. "Wir gehen davon aus, dass er sich radikalisiert hat, seit er hier im Land ist", sagte Heimatschutzministerin Kristi Noem dem Fernsehsender NBC. Im TV-Sender ABC ergänzte sie, die Radikalisierung habe vermutlich durch Verbindungen in seiner Heimatgemeinde und seinem Bundesstaat stattgefunden. Die Ermittler befragten nun alle, "die mit ihm in Kontakt standen", darunter auch Familienmitglieder. E-Mails zeigen mögliche psychische Probleme Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP war der Mann, der in den USA Asyl erhalten hatte, offenbar schon seit Jahren psychisch instabil. E-Mails, die der Agentur vorliegen, zeigen demnach, dass der Tatverdächtige keinen Job längerfristig halten konnte. Sein Gesundheitszustand habe zwischen langen, dunklen Phasen der Isolation und plötzlichen wochenlangen Reisen durchs Land geschwankt. Ein beunruhigtes Gemeindemitglied hatte den Angaben zufolge sogar schon eine Flüchtlingsorganisation um Hilfe gebeten – aus Sorge, der Mann könnte suizidgefährdet sein. Die E-Mails vermitteln laut AP das bislang klarste Bild davon, wie sehr der Afghane mit seinem neuen Leben in den USA zu kämpfen hatte. Der 29-Jährige war Behördenangaben zufolge 2021 nach dem Abzug der US-Truppen aus Afghanistan über ein Aufnahmeprogramm für US-Ortskräfte in die USA gekommen. Im April 2025 erhielt er dort offiziell Asyl – drei Monate nach dem Beginn von Donald Trumps erneuter Amtszeit als US-Präsident. In seinem Heimatland hatte der Verdächtige nach Behördenangaben unter anderem mit dem US-Geheimdienst CIA zusammengearbeitet . Trump will Asylpolitik weiter verschärfen Trump reagierte auf den Angriff in Washington, D. C. mit einer weiteren Verschärfung seiner Asylpolitik: US-Behörden nehmen vorerst keine Visaanträge von Menschen aus Afghanistan mehr an. Zudem werden nach Angaben der US-Regierung alle Asylentscheidungen ausgesetzt . Trump kündigte außerdem an, alle Afghanen, die unter seinem demokratischen Amtsvorgänger Joe Biden über dessen Aufnahmeprogramm für afghanische Ortskräfte oder anderweitig in die USA eingewandert waren, erneut überprüfen zu lassen. Der vorläufige Stopp sämtlicher Asylverfahren wird nach Angaben von US-Präsident Trump für "eine lange Zeit" bestehen bleiben. Für die Aussetzung gebe es "kein Zeitlimit", sagte Trump am Sonntag an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One zu Journalisten. "Wir wollen diese Leute nicht", fügte er hinzu. Am Mittwoch waren zwei Nationalgardisten nur wenige Häuserblöcke vom Weißen Haus entfernt angeschossen worden. Eine Soldatin erlag ihren Verletzungen. Der zweite Nationalgardist wurde schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Das Motiv für die Tat ist unbekannt.