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16.12.2025
16:18 Uhr
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Die Biologin Sarah M. Schmidt ist Beraterin in der internationalen Agrarforschung. Im Podcast erzählt sie, warum die Klimakatastrophe die Ernährung weltweit gefährdet.

"Wir sind noch nicht am Punkt, an dem Weizen verschwindet", sagt die Agrarexpertin Sarah Schmidt im Podcast Frisch an die Arbeit . "Aber wir sind in vielen Bereichen gefährlich abhängig von wenigen Sorten." Schmidt studierte Biologie und promovierte über Pflanzenkrankheiten der Gerste. Heute arbeitet sie als Beraterin der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit mit dem Schwerpunkt auf Ernährungssicherheit und ländliche Entwicklung. "Wir müssen unsere Felder anders anlegen", sagt Schmidt. Sie sagt, Felder wie sie heute existieren, seien für ein Klima gebaut worden, das es so nicht mehr gibt. "Wenn sich alle so ernähren wie wir in der westlichen Welt, kann das die Menschheit nicht lange durchhalten", sagt Schmidt. Es gäbe dazu nicht genug Wasser und zu viele Böden seien bereits kaputt. "Insgesamt sind es eigentlich nur 20 Nutzpflanzen, die intensiv gezüchtet werden", sagt sie. Ein Großteil der globalen Ernährung beruhe auf Weizen, Mais und Reis. Dabei gibt es laut Schmidt weltweit bis zu 4.000 essbare Pflanzen. Dadurch, dass viele der wichtigsten Nahrungspflanzen in Monokulturen wachsen, gefährden etliche Pflanzenkrankheiten die Ernährung. Dazu kämen Schädlinge. Und der Klimawandel verschärfe die Probleme. In Indonesien etwa, wo Schmidt zu Bananen und ihren Krankheiten forschte, seien in den Achtzigern und Neunzigern Mangrovenwälder abgeholzt worden. "Heute werden dadurch ganze Felder vom Meer überschwemmt und zerstört", sagt Schmidt. Insgesamt überstrapaziere der Anbau von Obst und Gemüse die für die Menschheit verfügbaren Anbauflächen. "Unsere Ernährungssysteme haben die planetaren Grenzen bereits in mehreren Dimensionen überschritten", sagt Schmidt. Im Podcast erzählt Schmidt außerdem, weshalb Bananen besonders von Pflanzenkrankheiten bedroht sind, warum Unkraut wie Amaranth und Brennnesseln dringend ein wichtiger Teil der Ernährung werden sollten und warum schleimig oder bitter schmeckende Pflanzen in vielen Weltregionen besonders beliebt sind. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de.