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01.03.2026
09:55 Uhr
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Das Ausscheiden von Ulrike Malmendier aus dem Sachverständigenrat sorgt nicht nur in der SPD für Irritation. Kollegen der Ökonomin äußern ihr "allergrößtes Bedauern".

Der Sachverständigenrat Wirtschaft hat die Entscheidung der Bundesregierung kritisiert, die Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier zu ersetzen. "Mit großer Verwunderung und allergrößtem Bedauern nimmt der Sachverständigenrat Wirtschaft zur Kenntnis, dass das Mandat unserer Kollegin Ulrike Malmendier nach nur dreieinhalbjähriger Amtszeit nicht verlängert wurde", teilten die Kolleginnen und Kollegen Malmendiers mit. Der Sachverständigenrat werde insbesondere ihren Blick von außen aus den USA auf Europa und Deutschland vermissen. Malmendier selbst hatte "mit großem Bedauern" auf ihre Ablösung reagiert. Es sei ihr eine große Ehre gewesen und sie stehe weiterhin für die Politikberatung in Deutschland und Europa zur Verfügung, sagte die Ökonomin. Malmandier war im September 2022 unter dem damaligen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in das Beratungsgremium der Bundesregierung gestoßen. Sie lehrt an der Universität Berkeley in Kalifornien. Kanzleramt unterstützte die Ablösung Für die Besetzung der Position hat die Union das Vorschlagsrecht. Vor allem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) soll sich für eine Ablösung Malmendiers ausgesprochen haben; das Kanzleramt unterstützte dies. Die Entscheidung war zuvor auch im SPD geführten Bundesfinanzministerium auf Kritik gestoßen. Wer auf Malmendier folgt ist bisher unklar. Die Mitglieder des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sind in der Öffentlichkeit als Wirtschaftsweisen bekannt. Sie beraten die Bundesregierung bei der Beurteilung der konjunkturellen Lage. Das Gremium erstellt Konjunkturprognosen und regelmäßige Gutachten zur Wirtschaftslage und bringt Reformvorschläge ein.