Zeit 05.01.2026
04:05 Uhr

Sabotage in der Ostsee: Lettland meldet erneut beschädigtes Kabel in der Ostsee


Erst vor wenigen Tagen soll ein russisches Schiff ein Unterseekabel sabotiert haben. Nun prüfen Behörden nach einem weiteren Vorfall ein verdächtiges Boot vor Lettland.

Sabotage in der Ostsee: Lettland meldet erneut beschädigtes Kabel in der Ostsee
Behörden in Lettland haben eine ‌weitere Beschädigung an einem Telekommunikationskabel in der Ostsee gemeldet und daraufhin Ermittlungen eingeleitet. "In der Ostsee nahe Liepāja wurde ein Schaden an einem Glasfaserkabel eines privaten Unternehmens entdeckt", teilte Lettlands Ministerpräsidentin Evika Siliņa mit. Laut der lettischen Polizei soll der Schaden durch ein Schiff verursacht worden sein. Ermittler haben nach Polizeiangaben daraufhin ein verdächtiges Boot im Hafen von Liepāja untersucht, aber nicht festgesetzt. Die Besatzung kooperiert demnach mit der Polizei. Die genauen Umstände des Vorfalls, der sich den Angaben zufolge bereits am Freitag in lettischen Hoheitsgewässern ereignet hat, sind noch unklar. Die Ermittlungen dauern an. Betroffen ist nach Angaben des südlichen Nachbarlandes Litauen ein Kabel von ⁠der Ortschaft Šventoji in Litauen zur etwa 65 Kilometer entfernten Stadt Liepāja in Lettland. Liepāja ist die drittgrößte Stadt Lettlands und liegt direkt an der Ostseeküste, nördlich der Grenze zu Litauen. Zweiter Vorfall in kurzer Zeit Es ist der zweite Vorfall mit beschädigten Ostseekabeln innerhalb einer Woche. An Silvester wurde bereits ein Datenkabel zwischen Estland und Finnland beschädigt. Die finnische Küstenwache beschlagnahmte daraufhin ein Frachtschiff auf dem Weg von Russland nach ‌Israel. Es steht ​unter Verdacht, mit seinem Anker ein Untersee-Telekommunikationskabel zwischen Helsinki und Estland beschädigt ⁠zu haben. Die Polizei sprach von schwerer Sabotage. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor fast vier Jahren werden in der Ostsee immer wieder wichtige Telekommunikations- und Stromkabel beschädigt. Experten vermuten hinter den Vorfällen hybride Angriffe im Auftrag Russlands.