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29.09.2026
12:32 Uhr
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Im August wurde ein Roboterhersteller in Tallinn zum Ziel eines mutmaßlichen Brandanschlags. Estlands Regierung sieht Russland dahinter und spricht von einem Sabotageakt.

Ein mutmaßlicher Brandanschlag auf einen Rüstungshersteller in Estland soll nach Angaben der estnischen Regierung in russischem Auftrag verübt worden sein. Das teilte Regierungschef Kristen Michal unter Berufung auf Ermittlungsergebnisse der estnischen Sicherheitsbehörden mit. »Wir können mit Sicherheit zu dem Schluss kommen, dass der Brandanschlag in Tallinn ein Sabotageakt war, der von den Spezialdiensten der Russischen Föderation angeordnet wurde«, schrieb auch der estnische Außenminister Margus Tsahkna auf X. Der Vorfall sei »Teil einer größeren russischen Kampagne in ganz Europa, die darauf abzielt, uns einzuschüchtern und unsere Unterstützung für die Ukraine zu schwächen«. Regierungschef Michal zufolge wurden die mutmaßlichen Täter festgenommen. Das estnische Außenministerium bestellte den Geschäftsträger der russischen Botschaft ein. Russland wies die Anschuldigungen jedoch zurück: Sie seien unbegründet, unüberlegt und nicht ernst zu nehmen, sagte der russische Präsidentensprecher Dmitri Peskow. Wadephul und Macron schließen sich Vorwürfen an Russland an In der Nacht vom 14. auf den 15. August kam es an einem Gebäude der Firma Milrem Robotics in Tallinn zu einem Brand, der schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte. Das Unternehmen entwickelt unbemannte Militärsysteme, die auch in der Ukraine eingesetzt werden. Regierungschef Michal bezeichnete den mutmaßlichen Anschlag als Beispiel für Russlands wachsende Verzweiflung angesichts ausbleibender Erfolge an der Front in der Ukraine. »Solche Aktivitäten sind absolut inakzeptabel und unverantwortlich«, sagte Michal. Unterstützung erhielt Estland unter anderem aus Deutschland. Außenminister Johann Wadephul (CDU) sagte dem baltischen EU- und Nato-Land die »volle Solidarität« der Bundesregierung zu. »Russlands rücksichtslose Akte der Feindseligkeit werden uns nicht spalten«, schrieb Wadephul auf X. »Sie bestärken uns nur in unserer Entschlossenheit, die Abschreckung der Nato zu stärken und die Ukraine zu unterstützen.« Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußerte auf X »volle Solidarität« mit Estland. Ebenso wie der estnische Außenminister Tsahkna verwies er auf weitere Sabotageakte in anderen Ländern, die ebenfalls Russland zugeordnet werden, etwa einen misslungenen mutmaßlichen Anschlag durch mit Sprengstoff beladene Drohnen am Flughafen Leipzig . »Die Häufung solcher feindseligen Akte zeugt von einer gefährlichen Eskalation durch Russland«, schrieb Macron. Dies werde jedoch »in eine Sackgasse« führen. Baltische Länder sehen sich im Visier Russlands Den seit 2022 anhaltenden russischen Krieg gegen die Ukraine betrachtet Estland ebenso wie die anderen baltischen Länder als direkte Bedrohung der eigenen Sicherheit. Anteilig an der Wirtschaftsleistung gehören die baltischen Länder zu den wichtigsten Unterstützern der Ukraine. Weiterhin äußerten russische Regierungsvertreter seit Kriegsbeginn viele Vorwürfe, die Russland in den Jahren zuvor an die Ukraine richtete, vermehrt gegenüber den baltischen Staaten – etwa die Behauptung, russischsprachige Menschen würden dort diskriminiert und müssten durch Russland geschützt werden. Auch kam es mehrmals zu Luftraumverletzungen durch Drohnen, teils auch fehlgeleitete Drohnen der ukrainischen Armee, sowie durch russische Kampfjets. In den vergangenen Jahren hat die Nato zusätzliche Kampfjets in den baltischen Ländern stationiert, die über keine eigene Luftwaffe verfügen. In Litauen baut Deutschland eine Kampfbrigade auf , die dort dauerhaft stationiert werden soll.